🏖️ Strände und Meer

Punta Aderci Reserve

📍 Vasto, Abruzzen · 79/100

Die 1998 als erstes Naturschutzgebiet an der Küste der Abruzzen eingerichtete Riserva di Punta Aderci (auch Punta d'Erce) erstreckt sich über 285 Hektar – mit der äußeren Schutzzone sogar über 400 Hektar – auf dem Gebiet der Gemeinde Vasto in der Provinz Chieti. Der Name geht auf ein 26 Meter hohes Vorgebirge zurück, an dem historisch antike archäologische Reste zu Ehren von Herkules lagen. Das Reservat reicht von der Mündung des Flusses Sinello im Norden an der Grenze zu Casalbordino bis zum Hafen von Vasto im Süden und schützt eine Kulturlandschaft aus Olivenhainen, Weingärten und Gräsern, die sanft zur Adria hin abfällt.

Sehenswertes

Die Küste wechselt zwischen Steilklippen, kleinen Buchten und Stränden. Von Norden nach Süden folgen aufeinander die Strände Torre Sinello, Mottagrossa, Punta Aderci, Libertini und Punta Penna. Auf dem Vorsprung von Punta Aderci ragt der gleichnamige hölzerne Trabocco ins Meer, Teil des historischen Fischfangsystems dieser Küste. Am südlichen Ende dominiert der Leuchtturm von Punta Penna: Er ist nach der Lanterna von Genua der zweithöchste Italiens. Neben ihm stehen die Kirche Santa Maria di Pennaluce, der gleichnamige Turm und die an der Nordmole des Hafens befestigten Fischfanggeräte. Innerhalb des Gebiets befindet sich zudem eine archäologische Zone. Die Sanddünen beherbergen eine artenreiche Pflanzenwelt: Nahe der Wasserlinie wächst der Meersenf, gefolgt vom Strand-Zypergras und dem Stechenden Espartogras, das als Wappenblume des Schutzgebiets gilt. In den Spalten der Klippen gedeiht die Rotalge Halymenia floresia, während die Macchia unter anderem Myrte, Strandlilie, Gelben Hornmohn, Italienische Strohblume und Dornigen Fenchel umfasst. Die Tierwelt ist ebenso vielfältig: Die Strände besiedeln Seeregenpfeifer (das Wappentier des Gebiets), Rosaflamingos, Graureiher, Eisvögel und Rohrweihen, während im Hinterland Wildschweine leben. Vor der Küste schwimmen Große Tummler und Streifendelfine.

Der Besuch

Das Schutzgebiet ist als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der FFH-Richtlinie anerkannt und wird seit 2000 zusammen mit der Genossenschaft COGECSTRE verwaltet. Es ist durch ein Netz von Wegen erschlossen. Der Hauptweg ist ein Radweg als Teil der Ciclovia Adriatica, der auf einer ehemaligen Bahntrasse durch die Pinienwälder an der Küste führt. Ein weiterer Hügelweg verbindet die Zone mit der Riserva naturale guidata Bosco di Don Venanzio in der Nachbargemeinde Pollutri. Am Strand von Punta Penna erstreckt sich unter der Meeresoberfläche ein natürliches Amphitheater mit endemischen Unterwasserarten. Das Areal zeigt zudem Spuren ökologischer Erneuerung: 2020 und 2021 wurden der obere Bereich des Strandes von Punta Penna sowie der Strand Mottagrossa von Brandstiftungen getroffen, die Vegetation und Infrastruktur zerstörten; darauf folgten umgehende Sanierungsarbeiten.

Tipp der Redaktion

Steig an einem Tag mit besonders klarem Himmel auf die Spitze des Vorgebirges von Punta Aderci. Von dieser 26 Meter hohen Erhebung aus öffnet sich ein außergewöhnlicher Blick nach Nordwesten: Du kannst gleichzeitig die Bergsilhouetten des Gran Sasso, der Maiella, der Monti Sibillini und des Monte Conero sehen, die sich hinter dem Meer abzeichnen.

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