🏖️ Strände und Meer

Cala Goloritzé

📍 Baunei, Sardinien · 90/100

Die Cala Goloritzé entstand 1962 ganz plötzlich durch einen Erdrutsch an der Küste. Am 29. April 2025 wählte die Website The World's 50 Best Beaches sie zum „schönsten Strand der Welt“. Die Bucht liegt in der Ogliastra, genauer gesagt im Gemeindegebiet von Baunei im südlichen Teil des Golfs von Orosei (Provinz Nuoro), und steht unter strengem Naturschutz. 1993 wurde sie zum Naturdenkmal der Region Sardinien erklärt, 1995 folgte die Ernennung zum italienischen Nationaldenkmal. Der Strand selbst ist mit 150 mal 30 Metern recht überschaubar und besteht aus einer Mischung aus Sand und kleinen weißen Kieselsteinen.

Sehenswertes

Schon von Weitem fällt dir die 143 Meter hohe Kalksteinnadel auf, die majestätisch über der Bucht thront. Diese Felsformation ist ein bekannter Hotspot für Sportkletterer. An der steilen Wand gibt es mehrere Routen, allen voran die „Sinfonia dei Mulini a vento“, die Ende der 70er Jahre von den Kletterern Manolo und Alessandro Gogna erschlossen wurde. Auf der rechten Seite der Bucht formt der Kalkstein einen gewaltigen natürlichen Bogen, der direkt ins Meer abfällt. Wenn du den Strand genauer erkundest, entdeckst du noch eine geologische Besonderheit: In einer Felsspalte entspringt eine Süßwasserquelle direkt aus dem Untergrund und fließt ins salzige Meerwasser.

Der Besuch

Um die Natur vor den Folgen des Massentourismus zu schützen, wird der Zugang zur Bucht von einer Treuhandgesellschaft streng reguliert. Pro Tag dürfen maximal 300 Personen hinein – in der Hochsaison versuchen oft bis zu 800 Besucher ihr Glück. Wenn du den Fußweg nutzen möchtest, musst du dich zwingend mindestens einen Tag im Voraus online registrieren und ein Ticket für 7 Euro pro Person (Stand 2024) kaufen. Die Einnahmen von bis zu 1800 Euro täglich fließen komplett in den Schutz und die Reinigung des Strandes. Der einzige Weg über Land führt über einen Pfad, der auf der Hochebene des Golgo beginnt. Für die Strecke mit 470 Metern Höhenunterschied brauchst du etwa eineinhalb Stunden zu Fuß. Die Bucht ist übrigens auch eine Etappe der bekannten Trekkingroute Selvaggio Blu. Um die Umwelt vor Verschmutzung zu bewahren, ist der Meeresabschnitt innerhalb von 200 Metern vor der Küste seit dem Sommer 2007 für Motorboote gesperrt, auch das Anlegen ist verboten. Mietboote aus den nahegelegenen Häfen von Arbatax und Santa Maria Navarrese dürfen sich nur bis zu dieser Grenze nähern.

Tipp der Redaktion

Wenn du den anspruchsvollen Abstieg von der Hochebene geschafft hast, schau dir die Felsspalten direkt am Strand ganz genau an. Dort kannst du die ungewöhnliche unterirdische Quelle aufspüren – ein seltener Ort, an dem Süßwasser direkt auf das offene Meer trifft.

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