Sehenswertes
Auf dem höchsten Punkt der Insel, an der heutigen Piazza del Duomo, entdeckte der Archäologe Paolo Orsi unter dem Palazzo del Vermexio die Reste des Artemision – eines seltenen ionischen Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. An dessen Seite stand einst ein dorischer Bau, den der Tyrann Gelon 480 v. Chr. durch den Athena-Tempel ersetzte, um den Sieg über die Karthager bei Himera zu feiern. Nahe dem Zugang zur Insel erhebt sich das Apollonion (6. Jahrhundert v. Chr.), der älteste dorische Peripteros-Tempel Siziliens. Er besticht durch mächtige monolithische Säulen und eine archaische Inschrift auf den Stufen, die den Baumeister Kleomenes nennt. An der zerklüfteten Küste im Porto Piccolo (oder Lakkios) zeichnen sich im Wasser noch die antiken Marmorkais des griechischen Hafens ab. Ein besonderes botanisches Phänomen ist die Quelle Fonte Aretusa, in der Echter Papyrus (Cyperus papyrus) wild gedeiht.
Der Besuch
Wenn du über die Insel schlenderst, bewegst du dich über einem tiefen Süßwasservorkommen der Hybläischen Berge. Der Überlieferung nach wirkten bei der Stadtgründung Priester aus Olympia mit, die den Kult um Alpheios und Arethusa einführten: Pindar nannte die Insel einst den „heiligen Hauch des Alpheios“ – einen Karstfluss, der der Sage nach direkt vom Peloponnes entspringt. Das Stadtbild verrät noch immer die Vergangenheit als befestigte Zitadelle, die tyranneia von Dionysios I., der einst die Bevölkerung evakuieren ließ, um seine Leibgarde und Söldner zwischen Höfen und Gärten unterzubringen. Heute prägen vor allem Palmen und Fikusbäume das Bild, während die Quelle Lebensraum für eine ganz eigene Tierwelt aus Enten und Süßwasserfischen bietet. Einst über einen dorischen Steinaufschüttungsdamm mit dem Festland (Acradina) verbunden, bewahrt die Insel ihren maritimen Charakter – genau in diesen Gewässern besiegten die Syrakusaner 413 v. Chr. die athenische Flotte entscheidend.
Tipp der Redaktion
Blicke von der Felsküste aus nach Osten und halte Ausschau nach dem breiten, fast vollständig überspülten Felsen: Er ist historisch als Isola dei cani bekannt.