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Bellagio and mid-lake Como

📍 Bellagio, Lombardei · 87/100

Die Wurzeln der Siedlung reichen bis in das VIII. Jahrhundert v. Chr. zurück: Bellagio (im Comer Dialekt Belaas) ist bekannt für seine Lage genau an der Verzweigung der südlichen Arme des Comer Sees, mit den Alpen im Norden. Die Gemeinde zählt 3.503 Einwohner und bildet die nördliche Spitze der Comunità montana del Triangolo Lariano. Ihr weitläufiges Gebiet erstreckt sich von den Ufern des Sees bis hinauf zum 1.682 Meter hohen Monte San Primo. Hier entspringt der Wildbach Perlo, der das gleichnamige Tal durchquert und beim Ortsteil Guggiate in den See mündet. Schon der Name des Ortes erzählt von seiner Entstehung: Entgegen Hypothesen, die ihn mit „schöner See“ oder dem lateinischen bilacus verbinden, führt die keltische Sprachwissenschaft den Namen auf die Wurzel Bail-as zurück, was „von Wasser umgebene Höhe“ bedeutet. Seit 600 v. Chr., als die Gallier unter Belloveso hier einen Stützpunkt errichteten (woraus der antike Ortsname Bellasium hervorging), war Bellagio ein strategischer Knotenpunkt: Es diente den römischen Legionen Julius Cäsars als Winterquartier, wurde unter dem Byzantiner Narses befestigt und stieg im Zehnjährigen Krieg (1117–1127) an der Seite Mailands zu einer Seemacht auf.

Sehenswertes

Die Landschaft von Bellagio gleicht einem Freilichtarchiv der Geschichte, das ab der Römerzeit geprägt wurde. Es waren die Römer, die 196 v. Chr. unter Konsul Marcus Claudius Marcellus in die Region kamen und heute typische Nutzpflanzen einführten – darunter die Zypresse, die Kastanie, den Olivenbaum und den Lorbeer (laurus), von dem sich der lateinische Name des Sees (Larius) ableitet. Zur Besiedlung dieser Ufer trug auch Julius Cäsar bei, der hier Tausende griechischer Kolonisten ansiedelte. Am Fuße der heutigen Villa Serbelloni – einer vor Nordwinden geschützten Zone mit mediterranem Klima – befand sich der Militärposten am Endpunkt der Via Mediolanum-Bellasium. Im Park der Villa steht bis heute ein Jupiter gewidmeter Altar, während eine Gedenksteininschrift für Marcus Plinius im Museo archeologico Paolo Giovio in Como aufbewahrt wird. Auf der Höhe des Hügels erhob sich einst die „Villa Tragoedia“, der Sommersitz von Plinius dem Jüngeren. Die natürliche Bucht von Loppia, eine der ersten Siedlungen, bot den römischen Kriegsschiffen Schutz, die hier im Jahr 403 n. Chr. die Westgoten besiegten; später lag hier die Flotte von Bellagio mit ihren Schiffstypen „scorribiesse“ und „ganzerre“. Spuren der gallisch-insubrischen Vergangenheit überdauerten in den Ortsnamen: im Ortsteil Grosgalla (dem antiken Crux Galli) und in der kleinen Kapelle „il Gallo“.

Der Besuch

Beim Erkunden des Gemeindegebiets kannst du verschiedene Epochen nachvollziehen, angefangen bei den Funden aus der Nekropole von Visgnola aus dem VIII. Jahrhundert v. Chr. Der Ort behielt stets seine Schlüsselrolle: Im Jahr 568 wurde er von den Langobarden unter Alboin besetzt, und 768 schenkte Königin Ansa dem Kloster Santa Cristina weitläufige Olivenhaine und Weingärten. Mit dem Eintreffen der Franken Karls des Großen im Jahr 773 kam Bellagio zur Grafschaft Mailand. Wenn du den Ortsteil San Giovanni erreichst – einst Sitz der Pfarrei – oder die Gebiete von Limonta und Civenna durchquerst, bewegst du dich auf Grund und Boden, den Karls Enkel Lothar im Jahr 835 den Mailänder Mönchen von Sant'Ambrogio zusprach. Es ist eine Gegend, die von bedeutenden Persönlichkeiten geprägt wurde: vom Dichter Vergil, der den See in seinen Georgica rühmte („o größter Larius“), und von den Truppen des Quintilius Varus, die im Jahr 9 n. Chr. auf ihrem Weg zum Splügenpass hier vorbeizogen, bevor sie im Teutoburger Wald von Arminius vernichtend geschlagen wurden.

Tipp der Redaktion

Folge der alten Straße nach Limonta, um die kleine Kapelle „il Gallo“ zu entdecken: Dieser bescheidene Bau markiert nicht nur die heutige Gemeindegrenze zu Lezzeno, meißelt jedoch vor allem ein direktes und faszinierendes sprachliches Erbe der alten gallischen Siedlungen aus dem Jahr 600 v. Chr. in die Landschaft.

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