Die Borromäischen Inseln wurden ab dem 14. Jahrhundert von der Familie Borromeo erworben, mächtigen Lehnsherren aus San Miniato. Sie erstrecken sich über gerade einmal 20 Hektar, bergen jedoch ein so bedeutendes botanisches und architektonisches Erbe, dass die New York Times sie 2019 zu den zehn faszinierendsten Orten der Welt zählte. Die Inselgruppe liegt im westlichen Teil des Lago Maggiore im sogenannten Golfo Borromeo, zwischen den Gemeinden Stresa, Verbania und Baveno.
Sehenswertes
Die Inselgruppe besteht aus drei Inseln, einem kleinen Eiland und einem Felsen. Die Isola Bella, benannt nach Gräfin Isabella Borromeo, war ursprünglich ein karger Felsen. Zwischen 1629 und 1652 begann Graf Carlo III. mit den ersten Umgestaltungen, die sein Sohn Vitaliano VI. fortführte: Er ließ gewaltige Mengen Erde herbeischaffen, um einen Sommerpalast und einen Garten mit zehn Terrassen anzulegen. Im unvollendet gebliebenen Palast kannst du Gemälde lombardischer Künstler und flämische Wandteppiche bewundern. Die Gärten bieten das ganze Jahr über wechselnde Blütenpracht mit Rosen, Orchideen, Zwiebelblumen, Magnolien, Obstbäumen, Azaleen, Gardenien und Blauregen. Die Isola Madre, die größte der Gruppe, besticht durch ihre seit 1823 gepflegten englischen Gärten, in denen exotische Vögel wie weiße Pfauen, Goldfasanen und Papageien frei umherstreifen. Der unbewohnte Palast der Insel ist mit Meisterwerken der italienischen Malerei aus dem 16. bis 19. Jahrhundert eingerichtet. Die einzige dauerhaft bewohnte Insel ist die Isola dei Pescatori (oder Isola Superiore), ein altes Dorf, das 1971 noch 208 Einwohner zählte. Vervollständigt wird die Inselgruppe durch den Isolino di San Giovanni nahe Pallanza im Norden und den Felsen von Malghera – ein unbewohntes, nur 200 Quadratmeter großes Stück Land mit dichter Vegetation und einem kleinen Strand zwischen der Isola Bella und der Isola dei Pescatori. Insgesamt umfassen die gestalteten Grünanlagen der Inseln mehr als 2.000 Pflanzenarten.
Der Besuch
Die Familie Borromeo besitzt bis heute die Isola Bella, die Isola Madre und den Isolino di San Giovanni sowie die als Castelli di Cannero bekannten Felsen mit ihren mittelalterlichen Festungsruinen. Die beiden größeren Inseln sind das Hauptziel für alle, die die Paläste und Kunstsammlungen erkunden möchten, während du auf der Isola dei Pescatori das Alltagsleben einer kleinen, traditionell vom Fischfang geprägten Dorfgemeinschaft aus nächster Nähe beobachten kannst.
Tipp der Redaktion
Achte besonders auf die botanische Gestaltung der Isola Bella: Die durchdachte Anlage der Terrassen sorgt dafür, dass dank der geschickten Abstimmung der Pflanzenarten zu jeder Jahreszeit und bei jedem Besuch ein anderer Bereich in voller Blüte steht.