Sehenswertes
Die Architektur des Doms zeichnet sich durch fünf abgestufte Schiffe aus. Um Stabilitätsprobleme zu lösen, legte der Mathematiker und Astronom Gabriele Stornaloco im Jahr 1391 eine Maximalhöhe von 76 Ellen (braccia) fest. Im Innenraum stechen die riesigen Apsisfenster aus den 1470er-Jahren ins Auge: Darunter ragen die Darstellungen des Heiligen Johannes des Evangelisten von Cristoforo de’ Mottis sowie des Heiligen Eligius und des Heiligen Johannes von Damaskus von Niccolò da Varallo heraus. Wenn du an den Schiffen entlanggehst, triffst du auf die Gräber von Marco Carelli und Papst Martin V. (1424). Ebenfalls sehenswert sind die berühmte Statue des gehäuteten Heiligen Bartholomäus von Marco d’Agrate (1562) und der Trivulzio-Kandelaber aus dem 12. Jahrhundert. Das hölzerne Chorgestühl aus dem 17. Jahrhundert stammt von Francesco Brambilla, während sich auf der Nordseite die große Orgel von Giacomo Antegnati aus dem Jahr 1552 befindet.
Das Herzstück der Kathedrale bildet die achteckige Kuppel, die zwischen 1500 und 1510 vollendet wurde. Für ihre Gestaltung hatten 1488 sogar Leonardo da Vinci und Bramante Entwürfe eingereicht. Ihr Innenraum beherbergt vier Reihungen mit jeweils 15 Statuen von Heiligen, Propheten und Sibyllen. Außen wird der Vierungsturm vom Guglietto dell'Amadeo gekrönt, einem Meisterwerk der Renaissance. An der Fassade arbeiteten nacheinander verschiedene Architekten wie Pellegrino Tibaldi und Carlo Buzzi, bis sie schließlich 1805 auf Befehl von Napoleon Bonaparte anlässlich seiner Krönung fertiggestellt wurde. Über der gesamten Anlage ragt der Hauptturm empor, den Francesco Croce zwischen 1765 und 1769 vollendete. Ihn krönt die feuervergoldete Kupferstatue der Madonnina nach einem Entwurf von Giuseppe Perego.
Der Besuch
Unter dem heutigen Bodenniveau kannst du das achteckige frühchristliche Baptisterium (Battistero Paleocristiano) aus dem Jahr 335 erkunden. Die Ausgrabungen legen den Grundriss des römischen Mediolanum frei sowie die Überreste der früheren Kathedralen, die dem Dom weichen mussten: Santa Maria Maggiore, die Winterkathedrale, und Santa Tecla, die Sommerkathedrale, die 1548 endgültig abgerissen wurde.
Tipp der Redaktion
Schau dir die Pfeiler des Hauptschiffs einmal genauer an: Anders als in der nordeuropäischen Gotik, wo die Rippen ohne Unterbrechung zu den Bögen aufsteigen, werden sie hier von Kapitellen unterbrochen, die 1393 nach einem Entwurf von Giovannino de’ Grassi gemeißelt wurden. Dieses Detail verleiht dem Raum eine im europäischen Vergleich einmalige Wirkung.