Sehenswertes
Die drei Gipfel, die aus Schichten von Hauptdolomit aus der karnisch-rätischen Epoche bestehen, ragen von Ost nach West empor: die Cima Piccola (2.857 Meter), die Cima Grande und die Cima Ovest (2.973 Meter). An ihrer Nordbasis erstreckt sich das Hochplateau der Grava Longa (Lange Alm), wo sich die drei kleinen Zinnenseen bilden. An den steilen Nordwänden fallen die „Tintenstriche“ auf, von Cyanobakterien verursachte Flecken, während zur Flora der Felsspalten der Alpenmohn, die Linaria alpina und die seltene Paederota bonarota gehören. Die heimische Tierwelt umfasst Murmeltiere, Gämse, Steinadler und Schwarze Kreuzottern bis auf die ungewöhnliche Höhe von 2.600 Metern, während der Steinbock völlig fehlt. An den Hängen des Massivs und auf dem benachbarten Monte Paterno sind die Überreste der Guerra Bianca (1915–1917) zu sehen, darunter Schützengräben, Stollen, Baracken und Eisenleitern. Zwischen den Gipfeln und dem Paterno stößt man auf ein Denkmal aus den Rotorblättern des Hubschraubers Bell 206 „EI613“ der Esercito Italiano, der am 9. Juli 1974 abstürzte und den Tod von Hauptmann Pier Maria Medici sowie den Offizieren Renzo Bulfone und Gianfranco Lastri verursachte.
Der Besuch
Der Parco Naturale Tre Cime, dessen Besucherzentrum sich im ehemaligen Grand Hotel von Dobbiaco befindet, wird von der Alta Via Nr. 4 von Grohmann durchquert. Der Hauptzugang erfolgt von der Rifugio Auronzo (2.320 Meter), die über eine Mautstraße von Misurina aus oder mit den Shuttlebussen von Dolomiti Bus und STA erreichbar ist. Von hier aus führt eine Wanderung zur Rifugio Lavaredo (2.325 Meter) und zur Rifugio Locatelli-Innerkofler (2.438 Meter), die für ihren Frontalblick auf die Nordwände bekannt ist, oder zur Malga Lange Alm (2.296 Meter). Die Felswände dokumentieren die Geschichte des weltweiten Alpinismus: von der Nordwand der Cima Grande, die 1933 von Emilio Comici zusammen mit Giuseppe und Angelo Dimai durchstiegen wurde, über die „Direttissime“ der 1950er Jahre, die von den „Scoiattoli di Cortina“ und Dieter Hasse eröffnet wurden, bis hin zu den Free-Solo-Begehungen von Alexander Huber und der Winterüberschreitung von Simon Gietl und Roger Schäli im Jahr 2012. Im Jahr 2011 verbanden Armin Holzer und Reinhard Kleindl die Gipfel beim Balancieren auf einer Slackline.
Tipp der Redaktion
Um das perfekte Seitenprofil der Tre Cime zu sehen, betrachte sie aus dem Val di Landro nahe dem alten Dorf; du wirst dieselbe zerklüftete Landschaft bemerken, die als Kulisse für die Dreharbeiten zu „Solo: A Star Wars Story“ und die Serie „Die Abenteuer des jungen Indiana Jones“ diente.