🎈 Einzigartige Erlebnisse

Skyway Monte Bianco

📍 Courmayeur, Aostatal · 88/100

Die Skyway Monte Bianco ist ein beeindruckendes Meisterwerk der Ingenieurkunst: Vier Jahre Bauzeit und eine Gesamtinvestition von 138 Millionen Euro machten sie bei ihrer Fertigstellung zur teuersten Seilbahn der Welt. Offiziell eingeweiht wurde die vom Architekten Carlo Rossi entworfene Anlage am 23. Juni 2015 vom damaligen italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, der zu diesem Anlass vom regionalen Präsidenten Augusto Rollandin einen goldenen Eispickel geschenkt bekam. Die Bahn liegt auf der im Aostatal gelegenen Seite des Massivs, startet im Ortsteil Entrèves in Courmayeur und führt bis zum der Spitze des Mont Blanc am nächsten gelegenen Punkt. Im Jahr 2016 diente die Anlage zudem als Kulisse für eine Actionszene im Film „Kingsman: The Golden Circle".

Sehenswertes

Die 4.500 Meter lange Strecke überwindet einen Höhenunterschied von 2.137 Metern und gliedert sich in drei Stationen. Die Talstation Courmayeur (The Valley auf 1.308 Metern Höhe) beherbergt eine Bar, Parkplätze, Werkstätten sowie den Maschinenraum. Hier starten die vom Hersteller Doppelmayr gefertigten Kabinen für 80 Personen, die sich während der Fahrt mit 9 Metern pro Sekunde um 360 Grad drehen. Auf 2.173 Metern liegt Pavillon (The Mountain) mit einem Restaurant, einem Kinosaal mit 150 Plätzen und dem Hangar 2173, einer Ausstellungsfläche zur Geschichte der früheren Seilbahnen. Im Außenbereich erstreckt sich der Botanische Alpengarten Saussurea, der höchste Europas: Während der Sommersaison präsentiert er auf 7.000 Quadratmetern über 900 Pflanzenarten mit Schwerpunkt auf der Flora des Aostatals. Der zweite Streckenabschnitt wird von zwei Pfeilern getragen – einer davon 100 Meter hoch mit einer Grundfläche von 700 Quadratmetern – und führt hinauf zur Bergstation.

Die Spitze Punta Helbronner (The Sky) auf 3.466 Metern Höhe ist dank Solarmodulen und hocheffizienter Wärmedämmung als Nahezu-Nullenergiegebäude konzipiert. Das Highlight bildet die kreisrunde Panorama-Terrasse mit Blick auf den Monte Bianco, den Dente del Gigante, den Gletscher der Grandes Jorasses, den Grand Combin, den Monte Rosa, den Gran Paradiso, das Matterhorn und die Barre des Écrins. Im Inneren erwarten dich die höchstgelegene Buchhandlung Europas, geführt von LaFeltrinelli, sowie eine Dauerausstellung mit 150 Mineralien aus dem Massiv. Darunter befinden sich Bergkristalle, hyaline Morione und Rauchquarze, Vesuviane, Granate aus Châtillon, gediegenes Gold aus Brusson und der überaus seltene Violan aus Saint Marcel – dem weltweit einzigen Fundort dieses Minerals.

Der Besuch

Die gesamte Auffahrt dauert gerade einmal 15 Minuten: 4 Minuten für den ersten Abschnitt, 7 für den zweiten und rechnerisch 2 Minuten für das Umsteigen. Auf Punta Helbronner verbindet ein 70 Meter tiefer und 5 Meter breiter vertikaler Schacht die Station mit dem Rifugio Torino, einem Stützpunkt für Touristen und Bergsteiger. Um den Berg nicht zu beschädigen, wurde der Schacht völlig ohne Sprengstoff mithilfe des Raise-Boring-Verfahrens über 40 Zentimeter große Bohrungen gegraben. Das Bauwerk verankert die Tragseile im Fels, die Lasten von über 100 Tonnen standhalten, und beherbergt an seiner Basis die Löschwasserbehälter. Die Anlage, die den Rückbau der alten Infrastruktur mit bisher 100.000 jährlichen Besuchern vorsah, wurde für eine Kapazität von 300.000 Gästen konzipiert. Von der Spitze aus kannst du mit der Kleinkabinenseilbahn Vallée Blanche weiter über die Grenze nach Frankreich bis zur Aiguille du Midi fahren. Während der Bauphase übten Umweltschutzverbände Kritik an den Auswirkungen auf das Landschaftsbild und der Kommerzialisierung der hochalpinen Natur.

Tipp der Redaktion

Nimm dir etwas Zeit für die Violan-Kristalle aus Saint Marcel in der Dauerausstellung, bevor du auf die Terrasse von Punta Helbronner hinausgehst: Es ist eine einmalige Gelegenheit, ein Mineral zu bewundern, das an keinem anderen Ort der Erde vorkommt.

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