Castelfranco Emilia beansprucht die Urszene der italienischen Gastronomie für sich: Hier, so die Legende, lugte ein Wirt durch ein Schlüsselloch und erblickte eine Adlige – manche sagen, es war Venus selbst – woraufhin er den Tortellino schuf, jenen wohl am heißesten umstrittenen Bauchnabel zwischen Modena und Bologna. Das Fest im September und der „Tortellino tradizionale“ feiern diesen Mythos mit echter emilianischer Ernsthaftigkeit.
Direkt an der Via Emilia bewahrt die Stadt ihre Pfarrkirche mit einem Werk von Guercino sowie das napoleonische Forte Urbano. Als Landstrich genau zwischen zwei Hauptstädten des Geschmacks hat der Ort diese Schwelle zu seiner Identität gemacht: Hier isst man per Definition gut – und diskutiert noch besser darüber.
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