Der Monte Tabor ist untrennbar mit Giacomo Leopardi verbunden, der hier eines seiner berühmtesten Idylle verfasste, und gilt heute überall als Colle dell'Infinito. Diese nach Süden ausgerichtete Anhöhe in Recanati hat ihren ursprünglichen Namen von dem gleichnamigen Hügel in Galiläa, der nach der Überlieferung als Ort der Verklärung Jesu gilt.
Heute präsentiert sich das Areal als Park direkt neben dem Palazzo Leopardi und dem Centro Studi Leopardiani. Folgst du dem Pfad durch das Grün, erreichst du genau die Stelle, an der der Dichter mutmaßlich die Inspiration für seine Verse fand; um den Ort zu kennzeichnen, befindet sich dort eine an einer Mauer angebrachte Tafel mit den Worten: „Sempre caro mi fu quest'ermo colle“. Die Anhöhe bildete auch die Kulisse für das Gedicht „Alla luna“, da Leopardi sich hier regelmäßig einfand, um die „graziosa luna“ zu betrachten. An Tagen, an denen sich der Dunst lichtet, bietet die Erhebung zudem eine weite Aussicht bis zu den Gipfeln der Monti Sibillini, die im Winter an ihren verschneiten Kämmen leicht zu erkennen sind.