Sehenswertes
In den Museen erwarten dich zahlreiche Sammlungen und die historischen Räume der päpstlichen Paläste. Das Herzstück der klassischen Kunst bilden das Museo Pio-Clementino, das 1771 von Papst Klemens XIV. ins Leben gerufen wurde, und das Museo Chiaramonti. Letzteres geht auf Pius VII. zurück und umfasst den von Raphael Stern errichteten Flügel Braccio Nuovo – wo der berühmte Augustus von Prima Porta steht – sowie die Galleria Lapidaria. Mit ihren dreitausend Inschriften gilt sie als weltweit größte epigraphische Sammlung und kann zu Studienzwecken auf Anfrage besichtigt werden. In den Hallen bewunderst du herausragende Meisterwerke: den Torso vom Belvedere des Apollonios von Athen, den Apollo von Belvedere des Leochares, den Apoxyomenos des Lysipp sowie Werke von Phidias und Praxiteles und Kolossalstatuen wie etwa von Claudius und dem Nil.
Dein Rundgang führt dich durch verschiedene Epochen und Kontinente. Das von Papst Gregor XVI. gegründete Museo Gregoriano Egizio zeigt Papyri, Mumien und ein Totenbuch, während das benachbarte Museo Gregoriano Etrusco Bronzearbeiten und Sarkophage in acht Galerien präsentiert. In der Pinacoteca Vaticana, untergebracht in einem von Luca Beltrami im Auftrag von Pius XI. entworfenen Gebäude, begegnest du absoluten Meistern: Giottos Stefaneschi-Triptychon, Leonardos Hieronymus, Caravaggios Grablegung und Raffaels Verklärung. Der Weg führt dich weiter durch die Galleria delle Carte Geografiche, das Appartamento Borgia und die Stanze di Raffaello, bis du schließlich in der Cappella Sistina stehst, die für die weltberühmten Fresken von Michelangelo bekannt ist. Auch das 20. Jahrhundert kommt nicht zu kurz: Die Collezione d'Arte Religiosa Moderna zeigt Werke von Dalí, Matisse, Chagall, Francis Bacon und van Gogh.
Der Besuch
Die Besucherzahlen haben sich seit dem Heiligen Jahr 1925 von damals 400.000 auf heute fast sieben Millionen vervielfacht. Seit dem Jahr 2000 betrittst du den Komplex über einen neuen Eingang direkt in den vatikanischen Mauern, gleich neben dem historischen Zugang von 1932. Dass die Museen für Reisende und Forschende zugänglich sind, garantiert ein Artikel der Lateranverträge von 1929: Er erklärt die Kunstschätze für unveräußerlich und erlegt dem Heiligen Stuhl eine Art internationale Verpflichtung zur Öffnung auf. An den wichtigsten religiösen Feiertagen (darunter Weihnachten, Ostern, 1. und 6. Januar, 15. August sowie 8. Dezember) und an Sonntagen bleiben die Türen geschlossen – mit Ausnahme des letzten Sonntags im Monat. Im Jahr 1938 kam es zu einer bemerkenswerten Ausnahme: Papst Pius XI. ließ die Museen und den Petersdom kurzerhand absperren, um zu verhindern, dass Adolf Hitler bei seinem Rom-Besuch vatikanischen Boden betrat.
Tipp der Redaktion
Zum 500-jährigen Bestehen der Museen im Oktober 2006 wurden die archäologischen Ausgrabungen einer Nekropole auf dem Vatikanischen Hügel dauerhaft für Besucher zugänglich gemacht. Erweitere deinen Rundgang um diese antiken unterirdischen Ruinen – sie bieten dir einen faszinierenden Einblick in die römischen Wurzeln, auf denen das gesamte Areal errichtet wurde.