Diesen See gab es nicht: Er entstand zwischen den dreißiger und vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, indem man das Tal mit drei Staumauern sperrte, um die Wasserkraftwerke talabwärts anzutreiben. Das Wasser bedeckte ein Torfmoor, aus dem jahrhundertelang Torf gestochen worden war, mit einer Seilbahn und dann mit einer eigens gebauten Eisenbahn abtransportiert. Die heute natürlich wirkende Landschaft ist ein Industriewerk.
Sehenswertes
Der See hat die Form eines V, dessen beide Arme nach den Dörfern am Ufer heißen, und liegt auf vierzehnhundert Metern zwischen dem Gran Sasso und den Monti della Laga: Vom einen Ufer sieht man die Wände des Corno Grande, vom anderen die Wälder der Laga. Er liegt im Nationalpark und ist Schutzgebiet für Wasservögel.
Ringsum gibt es wenig befahrene Straßen, Wiesen und Weiden und Wege, die um das Wasser führen. Im Winter friert der See zu, und die Landschaft wird weiß und leer; im Sommer kommen die Leute zum Angeln, zum Wandern und um die Mortadella von Campotosto zu essen, die Wurst des Ortes.
Der Besuch
Der See liegt in der Provinz L'Aquila, vierzig Autominuten von der Stadt; der Zugang ist frei, man fährt an den Ufern entlang oder geht auf den Wegen. Ein halber Tag.
Tipp der Redaktion
Halten Sie auf der Staumauer und sehen Sie in beide Richtungen: auf der einen Seite das stehende Wasser, auf der anderen die Leere des Tals darunter. Es ist der Unterschied zwischen vorher und nachher, und er liegt in zehn Metern Beton. Umrunden Sie dann den See ohne Eile mit dem Auto: Die Straße ist schön, und an windstillen Tagen spiegelt sich der Berg.
