In die hölzernen Türflügel der Chiesa del Purgatorio in der Via Ridola sind Totenschädel geschnitzt, und weitere, in großer Zahl, ziehen sich über den oberen Teil der Fassade: das barocke Thema der Vergänglichkeit, ohne Umschweife ins Bild gesetzt. Darüber folgen die Engel mit dem Gegenthema der Erlösung. Die Kirche entstand zwischen 1725 und 1747 mit den Mitteln der Bruderschaft des Fegefeuers, von der sie ihren Namen hat.
Sehenswertes
Den Entwurf lieferte Giuseppe Fatone aus Andria, die Fassade stammt von Vitoantonio Buonvino und Bartolomeo Martemucci. Im Inneren liegt ein griechisches Kreuz zugrunde: Über dem mittleren Joch erhebt sich eine achteckige Kuppel auf rundem Tambour, den Säulen mit korinthischen Kapitellen tragen. Die beiden Seitenaltäre zeigen Gemälde des achtzehnten Jahrhunderts, am Hochaltar hängt eine Leinwand mit dem heiligen Kajetan und der Madonna. In der Kirche stehen außerdem die Statuen der beiden Stadtpatrone von Matera, der Madonna della Bruna und des heiligen Eustachius.
Über dem Eingang steht auf hölzerner Empore die Orgel, die Leonardo Carelli 1755 baute. Ihr Klangbild ist fast unverändert erhalten: rein mechanische Traktur, neun Register, eine einzige Klaviatur mit kurzer erster Oktave und ein Pedal ohne eigene Register, das ständig an das Manual gekoppelt ist. Das geschnitzte Gehäuse zeigt 45 Prinzipalpfeifen in drei Feldern, die Labien mitraförmig und von gemalten Sternen bekrönt. Camillo Liguori setzte das Instrument zwischen dem späten achtzehnten und dem frühen neunzehnten Jahrhundert instand, Nicola Canosa restaurierte es 2006.
Der Besuch
Bleiben Sie zuerst auf der Straße stehen, am besten auf der gegenüberliegenden Seite: Die Schädel lassen sich nur von außen lesen, und es gibt sie in zwei Ausführungen, die an der oberen Fassade und die in den Türflügeln, die man aus der Nähe betrachten muss. Jeden Freitag finden hier russisch-orthodoxe Gottesdienste statt; in diesen Stunden gehört der Innenraum der Liturgie. An den übrigen Tagen betritt man die Kirche von der Via Ridola aus, und es lohnt sich, das Portal selbst für den Rückweg aufzuheben.
Tipp der Redaktion
Drehen Sie dem Hochaltar den Rücken zu und schauen Sie zur Empore hinauf: Der Orgelprospekt mit den gemalten Sternen über den Labien ist das sorgfältigste Stück der Kirche, und kaum jemand bemerkt ihn, weil er den Eintretenden abgewandt ist.
