⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Madonna di Picciano

📍 Matera, Basilikata · 44/100

In der Konkathedrale von La Valletta auf Malta wird ein Bild verehrt, das Madonna di Carafa heißt: Es ist die Kopie, die der Komtur Gian Girolamo Carafa am Ende des 16. Jahrhunderts von jenem Gnadenbild anfertigen ließ, das auf dem Hügel von Picciano aufbewahrt wird, auf 440 Metern zwischen dem Tal des Bradano und der Hochebene der Murge. Die Verbindung zur Insel ist kein Zufall: Nach den Benediktinern, deren Anwesenheit seit 1219 belegt ist, und nach Johannitern und Templern kümmerten sich rund vier Jahrhunderte lang die Malteserritter um das Heiligtum, die hier eine Komturei eingerichtet hatten.

Sehenswertes

Die Kirche ist romanisch und dreischiffig, doch ihr heutiges Gesicht verdankt sie ständigen Umbauten: Carafa selbst ließ die Ausrichtung des Baus umkehren, und die Decke, ursprünglich eine Folge von Kuppeln, wich später einem Tonnengewölbe. Das dritte Schiff, das rechte, kam erst 1794 hinzu.

Über dem Hochaltar steht eine geschnitzte Steinikone mit Figuren in Relief. Sie geht auf den Komtur Silvio Zurla aus Crema zurück, der zwischen 1645 und 1685 die Arbeiten und das linke Seitenschiff vollendete. Er ließ das Marienbild aus dem 15. Jahrhundert, das zum Apsisfresko gehörte, hierher übertragen und schützte es mit einem Kristall, den er aus Venedig kommen ließ. In der Kapelle hinter dem Altar steht dagegen die Marienstatue vom Beginn des 18. Jahrhunderts: Sie ist es, die bei der Prozession getragen wird.

Der Besuch

Das Heiligtum liegt außerhalb von Matera, auf einer Anhöhe an der Grenze zwischen Basilikata und Apulien, und war nie nur eine Kirche: 1807 wurde die Komturei im Zuge der Aufhebungen unter Murat aufgelöst, es folgte ein langer Verfall. Die Benediktiner kehrten 1966 zurück, nach der Vereinbarung von 1962 zwischen dem Erzbistum Matera und der Olivetanerkongregation, und bauten das Kloster wieder auf. Am meisten los ist nach wie vor am 25. März, dem Fest Mariä Verkündigung, und den ganzen Mai über.

Tipp der Redaktion

Suchen Sie vor dem Aufstieg am Fuß des Hügels die Kapelle dei Grottini, an der Gravina di Picciano am rechten Ufer des Baches: Sie ist der Rest der ersten Klostersiedlung, die die Mönche verließen, um auf die Kuppe zu ziehen. Und wer am 25. März kommt, sollte darauf achten, wer da eintrifft: Das Fest entstand aus der Frömmigkeit abruzzesischer Hirten, die mit der Transhumanz hier durchzogen, und erst seit 1785 liegt die Organisation bei den Materanern.

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