Durch dieses Haus gingen in den Jahren zwischen den Kriegen die Juden, die aus Deutschland und Mitteleuropa flohen: Es war der Sitz der Agentur, die sie vor der Einschiffung betreute, denn Triest war der Hafen, von dem aus man nach Palästina und nach Amerika aufbrach. Das Büro arbeitete bis 1941. Heute beherbergt dasselbe Gebäude das Museum der Gemeinde.
Sehenswertes
Das Museum zeigt Silber, Textilien, Bücher und Kultgegenstände aus den vier Synagogen, die die Stadt zwischen dem achtzehnten und dem neunzehnten Jahrhundert hatte und die beim Bau des großen Tempels abgetragen wurden. Da sind die Herrscherpatente, die Kaiserin Maria Theresia den Juden von Triest gewährte, und ein Pfandbuch des siebzehnten Jahrhunderts, im Triester Dialekt mit hebräischen Buchstaben geschrieben.
Im Gebäude gibt es auch ein kleines aschkenasisches Bethaus, in den zwanziger Jahren von durchreisenden polnischen Juden eingerichtet und jahrzehntelang in Gebrauch. Eine Abteilung ist den deportierten Triester Juden gewidmet: Zu sehen sind die bei der Abfahrt beschlagnahmten persönlichen Gegenstände, die der Gemeinde erst im Jahr 2000 zurückgegeben wurden, nachdem sie in einem Ministeriumskeller in Rom vergessen worden waren.
Der Besuch
Das Museum liegt in der Via del Monte, zehn Minuten zu Fuß von der Piazza Unità; Eintritt gegen Gebühr, begrenzte Zeiten, samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen: vorher prüfen. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie vor der Vitrine mit den im Jahr zweitausend zurückgegebenen Gegenständen stehen: Es sind gewöhnliche Dinge, Bürsten, Brillen, Brieftaschen, Menschen abgenommen, die gerade in einen Zug stiegen. Sie lagen mehr als fünfzig Jahre in einem Keller, bevor jemand sie zurückgab, und dieses Stück Geschichte des republikanischen Italien erzählen jene Dinge besser als jedes Schild.
