Im Jahr 1945, als der Krieg zu Ende ging und Triest Zerstörung drohte, legte der Bischof der Madonna ein Gelübde ab: Würde die Stadt gerettet, so wollte er ihr einen Tempel bauen. Der Tempel wurde 1966 eingeweiht und gleicht keiner anderen Kirche: ein riesiges Dreieck aus Stahlbeton, auf den Hügel über der Stadt gesetzt, und die dreieckige Form steht für den Buchstaben M, den Anfangsbuchstaben von Maria.
Sehenswertes
Der Bau birgt zwei Kirchen übereinander, und innen bleibt der Beton sichtbar, das Licht fällt durch die Schnitte zwischen den Wänden. Es ist Architektur ihrer Zeit, hart und ohne Zierat, und wahrscheinlich das umstrittenste Gebäude Triests: Die einen finden es großartig, die anderen verzeihen es dem Hügel nicht. Es lohnt sich hineinzugehen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Er war auch als Zeichen zur Grenze hin gedacht, die von hier wenige Kilometer entfernt ist, in Jahren, da diese Grenze ein harter politischer Bruch war: ein Heiligtum für den Frieden zwischen den Menschen beider Seiten, in einer Gegend, in der Italienisch und Slowenisch gesprochen wird. Dieses Detail erklärt, warum er so groß und so hoch gebaut wurde.
Der Besuch
Das Heiligtum liegt auf dem Monte Grisa, nördlich der Stadt, zwanzig Autominuten vom Zentrum und mit dem Bus erreichbar; Eintritt frei, die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten. Eine halbe Stunde. Die Straße steigt steil an, und in den letzten Kehren öffnet sich der Blick.
Tipp der Redaktion
Treten Sie auf den Vorplatz und sehen Sie auf den Golf: Triest liegt unten, der Hafen, die Küstenstraße, und an klaren Tagen die Küstenlinie bis Grado. Wer mit dem Rad oder zu Fuß von der Küstenstraße heraufkommt, hat einen ernsten Anstieg, doch das ist der Lohn. Kommen Sie gegen Sonnenuntergang, wenn das Licht schräg auf den Beton fällt.
