1590 wurde die Anlage dem Heiligen Kreuz geweiht, zu Ehren einer Reliquie, die Gräfin Moncada gestiftet hatte; von diesem Titel hat die Kirche ihren Namen, die noch heute über dem Viertel Badia in Caltanissetta steht. Das Kloster selbst war kurz zuvor entstanden, 1531, auf Wunsch des Grafen Antonio III. Moncada, neben einer älteren Kirche, die Santa Maria della Neve geweiht war.
Sehenswertes
Vom Corso Vittorio Emanuele aus kündigt sich die Kirche in der Flucht der Straße an, mit ihrer unverwechselbaren roten Fassade über zwei Geschosse. Aufgebrochen wird sie von den Fenstern, die Rahmen aus Sandstein fassen und eiserne Gitter schützen: Hinter diesen Gittern konnten die Benediktinerinnen die Straße beobachten, ohne gesehen zu werden. Der Innenraum hat ein einziges Schiff. Der Komplex bewahrt außerdem die Erinnerung an eine Begebenheit von 1660: Damals brachte man einen in zwei Hälften gespaltenen Felsblock hierher, den ein Bauer in der Nähe von Santo Spirito gefunden hatte; im Stein ist das Bild des gekreuzigten Christus zu erkennen. Nachdem eine gelähmte Nonne unvermittelt geheilt worden war, erkannte eine vom Bischof von Girgenti eingesetzte Kommission den wunderbaren Charakter des Fundes an und erlaubte die Verehrung; das Fest wurde auf den 25. September gelegt, den Tag der Auffindung.
Der Besuch
Die Benediktinerinnen blieben auch nach der Aufhebung der Orden im Gefolge der italienischen Einigung im Kloster; erst 1908 verließen die Schwestern Caltanissetta. Danach änderte sich die Nutzung der Räume: 1912 zog in den Nordflügel eine Mädchenvolksschule ein, und im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude vier Jahre lang beschlagnahmt. 1924 erhob Bischof Giovanni Iacono die Kirche zur Pfarrkirche. Ein Teil des Klosters wurde 1967 abgerissen, zusammen mit den Resten des Badia-Tors, das die Bombenangriffe von 1943 schon beschädigt hatten, um die Via Medaglie d'Oro anzulegen.
Tipp der Redaktion
Mit dem Kloster und seinen Benediktinerinnen hängen zwei Süßigkeiten aus Caltanissetta zusammen, die crocette und die spine sante: Früher buk man sie jedes Jahr zum Fest der Kreuzerhöhung am 14. September, um den Menschen draußen vor den Mauern für erwiesene Gefälligkeiten zu danken. Nach dem Weggang der Schwestern gerieten sie in Vergessenheit, in den 2010er-Jahren kamen sie wieder auf: Mandeln, Quitten, Orangenschalen, Honig und Getreide aus der Gegend sind noch immer die Zutaten. Wer den Besuch auf Mitte September legt, trifft die Kirche in der Jahreszeit an, in der diese Süßigkeiten in die Konditoreien der Stadt zurückkehren.
