Am 27. September 1594 vertrieb ein Erlass von Ferdinand I. de' Medici die Metzger von der Brücke, die dort seit 1442 arbeiteten und ihre Abfälle in den Arno kippten, und übergab die Läden den Goldschmieden und Juwelieren: Über ihren Köpfen verlief der Vasarikorridor, und dem Großherzog missfiel der Geruch. Daran hat sich seither nichts geändert. Der heutige Bau mit drei Bögen entstand 1339-1345, nachdem das Hochwasser vom 4. November 1333 den Vorgängerbau fortgerissen hatte, samt jener Marsstatue, die den Florentinern als Talisman der Stadt galt. Vasari schrieb den Entwurf Taddeo Gaddi zu, die neuere Forschung nennt Neri di Fioravante. 1495 verkaufte die Stadt achtundvierzig Läden an Private, die sie auf Konsolen über das Wasser hinaus erweiterten: daher das schiefe Profil, das man vom Ponte Santa Trinita aus sieht.
Sehenswertes
Die drei Bögen sind flach gespannt: Der mittlere misst 30 Meter, die seitlichen je 27, das Verhältnis von Spannweite zu Stichhöhe beträgt 5 zu 1. Für das Trecento war das eine kühne Lösung, und sie ersparte den Fuhrwerken den steilen Anstieg. In der Mitte öffnet sich die Brücke zu einem kleinen Platz mit vier Toren aus dem 14. Jahrhundert, die noch an Ort und Stelle stehen, und freiem Blick auf den Arno: der einzige Punkt, an dem man merkt, auf einer Brücke zu stehen und nicht in einer Gasse.
Auf der Ostbrüstung steht die Bronzebüste von Benvenuto Cellini, 1900 von Raffaello Romanelli zum vierhundertsten Geburtstag des Goldschmieds gegossen und von den Juwelieren der Brücke bezahlt. Über den Läden verläuft der Vasarikorridor, 760 Meter, in fünf Monaten im Jahr 1565 gebaut, um Palazzo Vecchio und Palazzo Pitti zu verbinden, ohne auf die Straße hinunterzumüssen. An der Südostecke gab der Torre dei Mannelli nicht nach: Die Eigentümer verweigerten den Abriss, und Vasari musste den Gang auf einer Reihe von Kragsteinen um den Turm herumführen, die man noch sieht.
Der Besuch
Die Brücke ist öffentlich, immer offen und kostenlos; zu Fuß erreicht man sie über die Via Por Santa Maria oder die Via de' Guicciardini, Autos fahren keine. Das Überqueren dauert drei Minuten, das Betrachten länger, denn das beste Foto entsteht nicht auf der Brücke, sondern vom Ponte Santa Trinita, zweihundert Meter weiter westlich, wo die vorkragenden Läden und die Hinterzimmer aus dem 17. Jahrhundert über dem Wasser hängen. Zwischen zehn und achtzehn Uhr ist das Gedränge dicht und die Schaufenster der Goldschmiede sind geöffnet; der Vasarikorridor wird gesondert besichtigt, mit Eingang von den Uffizien.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie im Morgengrauen hin, gegen sieben: Die Rollläden sind noch unten, und eine halbe Stunde lang ist die Brücke wieder das, was sie ist, eine Reihe von Holz- und Steinhäuschen auf drei Bögen. Steigen Sie danach zum Lungarno Torrigiani hinunter und schauen Sie von unten hinauf, dort wo die Pfeiler ins Wasser gehen. Und bringen Sie keine Schlösser an: Zwischen 2005 und 2006 hat die Stadt 5.500 davon vom Geländer um die Cellini-Büste entfernt, inzwischen droht ein Bußgeld.









