Unter einem Palast im Zentrum von Perugia liegt ein etruskischer Brunnen, in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts vor Christus gegraben, am höchsten Punkt der Stadt, wo die Akropolis stand. Er sollte die Bevölkerung mit Wasser versorgen und blieb jahrhundertelang in Gebrauch: Die ersten belegten Ausbesserungen stammen aus dem fünfzehnten Jahrhundert, ein Zeichen, dass niemand aufgehört hatte, daraus zu schöpfen.
Sehenswertes
Man steigt über eine moderne Treppe zu einem Steg über dem Grund hinab und blickt von dort nach oben: Die Decke besteht aus zwei gewaltigen Travertinbalken, die den Schacht überspannen und das darüberliegende Blockwerk tragen. Es ist ein Werk der Wasserbautechnik von vor zweitausenddreihundert Jahren, und man betrachtet es von innen.
Der Brunnen trägt auch den Namen jener Familie, der der ihn umschließende Palast gehört, und man erreicht ihn durch den gedeckten Gang zu den Kellern des Hauses. Der Brunnenkranz, der Rand, von dem aus man das Wasser heraufzog, steht unweit auf einem Platz; er wurde beschädigt, versetzt und schließlich an seinen Ort zurückgebracht.
Der Besuch
Der Eingang liegt an der Piazza Danti, hinter dem Dom, zwei Minuten vom Corso; günstige Karte, begrenzte Zeiten und steile Treppen, also nichts für Menschen mit Gehbeschwerden. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie unten angekommen die zwei Steinbalken über Ihrem Kopf an und denken Sie an das Gewicht, das sie tragen: Darüber liegt eine ganze Stadt. Von etruskischer Technik sieht man sonst nur Mauern und Gräber; hier steht man in einer funktionierenden Wasseranlage, und das gleicht keinem Museum.
