Zwischen 1815 und 1866 hielt das österreichische Kaiserreich Norditalien mit vier im Viereck angeordneten Festungen: Verona, Peschiera, Mantua und Legnago. Von Flüssen eingeschlossen und durch die Eisenbahn verbunden, waren sie kaum zu umgehen, und ein halbes Jahrhundert lang bestimmten sie, wo Heere sich in der Poebene bewegen konnten. Verona war der Angelpunkt des Systems, mit Kommando und Depots.
Sehenswertes
Um Verona sind die Hauptmauern geblieben und ein Kranz vorgeschobener Forts, nach dem Krieg von 1859 einige Kilometer vor der Stadt ins Land gebaut, als gezogene Geschütze es nötig machten, den Feind weiter fernzuhalten. Es sind niedrige Ziegelbauten mit Gräben und Kasematten, und heute stehen sie zwischen Feldern, Kreisverkehren und Lagerhallen.
In Peschiera sieht man den Bastionsring am See, von den Österreichern weitergenutzt und erweitert; in Mantua das Wassersystem und die Tore; in Legnago wenig, denn die Befestigungen wurden großenteils abgetragen. Die letzten Forts wurden im Frühjahr 1866 fertig, wenige Monate bevor Venetien an Italien fiel: gebaut und sogleich nutzlos.
Der Besuch
Die Forts liegen verstreut um Verona und die anderen drei Städte und ergeben keinen einheitlichen Weg: Manche sind restauriert und beherbergen Veranstaltungen, andere sieht man nur von außen. Man besucht sie mit Auto oder Rad, die Öffnungen hängen von den betreuenden Vereinen ab. Ein halber Tag.
Tipp der Redaktion
Wählen Sie ein einziges Fort, fahren Sie hin und umrunden Sie es außen am Graben entlang: Von dort begreift man es besser als von innen. Und achten Sie darauf, wohin es gesetzt wurde, also auf das Schussfeld davor: Diese Bauten sind keine Denkmäler, sondern nach Berechnung platzierte Maschinen, und ihre Logik ist in der Landschaft noch zu lesen.
