Dieses Kloster steht auf einer Insel: Polesine heißt Land, das zwischen den Armen eines Flusses auftaucht, und hier verlief ein Arm des Po. Gegründet wurde es im frühen Mittelalter von Augustinern und ging 1297 an Benediktinerinnen über, geführt von Beatrice d'Este, der Tochter des Markgrafen: Seither waren die Nonnen immer hier, und sie sind es noch, in Klausur.
Sehenswertes
Man betritt die äußere Kirche, jene für Besucher, und gelangt von dort in drei Kapellen, die mit Fresken des vierzehnten Jahrhunderts bedeckt sind, Werke von Malern der giottesken und der bolognesischen Schule: Sie gehören zu den wichtigsten Zyklen Ferraras und befinden sich in einem Raum von der Größe eines Zimmers. Das Licht ist spärlich, die Farben sind noch lebhaft, und die Figuren sieht man aus nächster Nähe.
In der Kirche ruht das Grab der Gründerin, um das eine örtliche Überlieferung entstanden ist: Auf dem Stein sollen sich Wassertropfen bilden, die als wundertätig gelten. Der Komplex wurde zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts auf Betreiben eines städtischen Vereins restauriert und blieb seither, was er war.
Der Besuch
Das Kloster liegt in der Via Gambone, im Süden der Altstadt, fünfzehn Minuten zu Fuß vom Kastell; man klingelt, der Eintritt geht auf Spende, und die Zeiten sind knapp und an das Leben der Gemeinschaft gebunden: außerhalb kommt man nicht hinein. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Versuchen Sie, zur Stunde des Stundengebets zu kommen: Hinter dem Gitter hört man die Nonnen singen, ohne sie zu sehen. Das ist die Bedingung der Klausur selbst und das Einzige hier, was sich nicht fotografieren lässt. Danach sehen die Fresken anders aus: Sie sind kein Museum, sie sind der Schmuck eines Hauses, in dem seit acht Jahrhunderten jemand lebt.
