Der Name kommt von den Soldaten: Hier lag innerhalb der Mauern ein unbebautes Gelände, für die Einquartierung der Truppen freigehalten, und an seinem Rand stand eine der Jungfrau geweihte Kapelle. An ihrer Stelle entstand zwischen 1604 und 1619 diese Kirche, deren Grundstein in Gegenwart Herzog Ranuccio Farneses gelegt wurde.
Sehenswertes
Der Grundriss ist sechseckig, was selten ist, und darüber erhebt sich eine sehr hohe, ganz ausgemalte Kuppel: Man betritt einen einzigen Raum ohne Schiffe, und alles, was es zu sehen gibt, liegt über dem Kopf. Es ist ein manieristischer Bau, einer von denen, in denen die Geometrie mehr zählt als der Wandschmuck.
Der Entwurf stammt fast sicher von Giovan Battista Aleotti, einem ferraresischen Architekten, den der Herzog sehr schätzte und für den er in denselben Jahren das große Hoftheater baute. Derselbe Mann arbeitete also an einem Saal für Aufführungen und an einer Zentralbaukirche: zwei verschiedene Weisen, aller Blicke auf einen einzigen Punkt zu lenken.
Der Besuch
Die Kirche liegt in der Strada del Quartiere, im Oltretorrente, zehn Minuten zu Fuß vom Dom über die Brücke; Eintritt frei, knappe und nicht immer verlässliche Zeiten. Zwanzig Minuten.
Tipp der Redaktion
Treten Sie ein, stellen Sie sich genau in die Mitte des Raums und blicken Sie unbewegt nach oben: Die Kuppel schließt sich über Ihnen wie ein Himmel, und es gibt nur einen richtigen Standpunkt, eben diesen. Zentralbauten sind gemacht, um von dort gesehen zu werden, und meist stellt sich niemand dorthin.
