Das Museum sitzt in einem alten Lagerhaus, in dem einst die Fanggeräte der Fischer verwahrt wurden, fünfzig Meter von Porto Pidocchio entfernt, und blickt genau auf jenen Meeresstreifen, in dem jedes Jahr die Tonnarella ausgelegt wird. Das Museo della Pesca wurde 2009 eröffnet, getragen von der Gemeinde Camogli, der örtlichen Fischereigenossenschaft und dem Fischereiressort der Region.
Sehenswertes
Drinnen stehen alte Fanggeräte, läuft eine Fotogalerie in Dauerprojektion und wartet eine interaktive Videostation: eine Handbewegung genügt, um durch das Material zur alljährlichen Vorbereitung der Tonnarella zu blättern. Der Raum ist winzig, rund fünfzehn Quadratmeter Ausstellungsfläche, und erzählt wird die Fischerei in Ligurien und ihre Entwicklung bis heute.
Das eigentliche Ausstellungsstück liegt allerdings vor der Tür. Die Tonnarella von Camogli ist eine der fünf in Italien verbliebenen Thunfischfallen, die ersten Nachrichten reichen bis 1603 zurück. Das Netz misst 340 Meter, wird im April 400 Meter vor Punta Chiappa in Richtung Ort ausgelegt und zwischen Ende August und Anfang September wieder eingeholt. Seit 1982 betreut es die Cooperativa Pescatori Camogli, deren Fischer die Netze im Winter von Hand aus Kokosfaser flechten, damit sie am Saisonende biologisch abbaubar sind.
Der Besuch
Nach Punta Chiappa führt keine Straße. Man steigt vom Ortsteil San Rocco zu Fuß hinab, über den Weg durch San Nicolò di Capodimonte, oder nimmt das Boot vom Hafen von Camogli. Das Museum öffnet vor allem im Sommer und mit knappen Zeiten: besser vorher nachfragen, ehe man losläuft. Der Eintritt ist frei.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen das Boot für den Hinweg und den Pfad für den Rückweg: man kommt ausgeruht an, das Museum kostet eine Viertelstunde, danach steigt man mit dem Golf im Rücken nach San Rocco hinauf. Und wir empfehlen die Monate zwischen April und August, solange das Netz im Wasser liegt: nach den Videos und den Fotografien die Markierungen der Tonnarella draußen im Meer wiederzuerkennen, verändert den ganzen Besuch.
