Die Kirche Sant'Agata nel Carmine liegt im oberen Teil von Bergamo, mit der Hauptfassade an der Via Bartolomeo Colleoni, auf dem Abschnitt, der von der Piazza Vecchia zur Cittadella viscontea führt.
Sehenswertes
Eine Urkunde von 908 nennt eine der Heiligen geweihte Kirche; sie wurde 1357 von den Humiliaten wiederaufgebaut und ging dann an die Karmeliter, wurde 1453 von Bischof Giovanni Barozzi erweitert und zum ersten Mal geweiht und 1489 erneut vollendet und geweiht. Während der napoleonischen Besetzung 1797 entweiht, wurde sie im Jahr darauf zur Pfarrkirche mit dem neuen Titel Kirche des Carmine erhoben, zu Ehren der Karmeliterpatres des angrenzenden Klosters, das aufgehoben und in ein Gefängnis umgewandelt wurde. Die schlichte Fassade mit vier korinthischen Lisenen und einem dreieckigen Giebel stammt von 1883; das Innere ist einschiffig mit fünf Kapellen je Seite, mit Altarbildern und Gemälden der besten Bergamasker Künstler des 16. und 17. Jahrhunderts, darunter Enea Salmeggias Altarbild mit dem Tod des heiligen Andreas Avellino von 1624, ein Gemälde seiner Tochter Chiara Salmeggia und eine heilige Teresa von Ávila mit zwei Engeln von Francesco Zucco. Die wichtigste Kapelle ist die nach dem Architekten benannte Juvarra-Kapelle, und in der ersten Kapelle links befindet sich die Ancona der Unbefleckten Empfängnis, ein geschnitztes und bemaltes Holzwerk von Jacopino Scipioni, wahrscheinlich aus den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts, aus dem Kloster San Francesco.
Der Kreuzgang, im 14. Jahrhundert beim Umbau der Kirche erbaut, war dann das Kloster der Karmeliter, 1797 aufgehoben, und wurde im 19. Jahrhundert nach einem Entwurf von 1802 von Leopoldo Pollack in ein Gefängnis umgewandelt: Bergamo hatte während der napoleonischen Besetzung seine Klosterkomplexe in Haftstätten verwandelt, sodass es den traurigen Rekord der höchsten Zahl von Häftlingen hielt. Das Gefängnis Sant'Agata wurde 1977 geschlossen; heute beherbergt der Kreuzgang Ausstellungen und Führungen, mit Fresken des 17. Jahrhunderts und, seit der Restaurierung 2008, weiteren, die Giulio Quaglio dem Jüngeren und Salvatore Bianchi zugeschrieben werden. Nach schwerem Verfall durch eindringendes Wasser begannen 2012 Restaurierungsarbeiten in drei Losen, die Gewölbe, Altarbilder, die Herz-Jesu-Kapelle und die Fassade betrafen.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Via Bartolomeo Colleoni, fast an der Cittadella; Öffnungszeiten und Führungen durch Kreuzgang und Ausstellungen sollte man vor dem Besuch prüfen, da die herangezogenen Quellen sie nicht nennen.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie nicht bei der Kirche stehen: Der Kreuzgang, zuerst karmelitisch und dann bis 1977 Gefängnis, hat sorgfältig gearbeitete Pfeiler und Kapitelle und bewahrt Fresken des 17. Jahrhunderts, und er zeigt, wie Bergamo im Lauf der Jahrhunderte die Nutzung religiöser Räume änderte.






