⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Domenico

📍 Ancona, Marken · 52/100

Die Kirche San Domenico wurde 1763 vom Architekten Carlo Marchionni entworfen, 1771 folgte die Grundsteinlegung. Vom oberen Ende einer Freitreppe beherrscht sie die Piazza del Papa in Ancona. Für den Bau des 18. Jahrhunderts musste ein Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert weichen. Mit der französischen Besetzung von 1798 diente das Gebäude als Kaserne, das obere Geschoss der Fassade blieb dabei unvollendet; erst 1816, während der Restauration, wurde es wieder für den Gottesdienst geöffnet.

Sehenswertes

Die Fassade aus istrischem Stein zeigt ein Mittelportal, gerahmt von korinthischen Säulen mit Entasis, einem Architrav mit Muschelmotiv und einem gesprengten geschwungenen Giebel; daneben liegen Seitenportale mit Ochsenaugen, deren Formen auf Borromini zurückgehen. Rechts erhebt sich der Glockenturm aus Ziegeln über quadratischem Grundriss, bekrönt von einem achteckigen Tambour mit Ochsenaugen und einer Laternenkuppel aus istrischem Stein mit vier Rippenpaaren, die in einem dreiblättrigen Eisenkreuz endet. Das einschiffige Innere mit stichkappenbesetztem Tonnengewölbe verwahrte in der Apsis die Kreuzigung Tizians (1558), ein Hauptwerk aus der Spätzeit des Meisters aus Cadore, für die erste Kirche gemalt und heute in die Städtische Pinakothek Francesco Podesti gebracht, wo sie besser zu sehen ist. Die Ausstattung an Skulpturen prägt Gioacchino Varlè: Von ihm stammen die Gloria über dem Hochaltar, die musizierenden Engel auf den Emporen, die Rosenkranzmadonna in der zweiten Kapelle links und die Statuen dominikanischer Heiliger an den Wänden. In den übrigen Kapellen finden sich die Verkündigung Guercinos, die marmorne Pietà von Sanzio Blasi in der Gefallenenkapelle, die Eusebio Petetti 1946 mit Repen- und Bardiglio-Marmor neu gestaltete, sowie Werke des 20. Jahrhunderts von Pietro Milzani, Raoul Petetti und Filandro Castellani, gerahmt von gewundenen Säulen.

Der Besuch

Die Kirche wurde nach den Schäden des Erdbebens von 1930 und den Einstürzen durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs, die das verehrte Bild der Incoronata und zwei Statuen Varlès zerstörten, gründlich wiederhergestellt. Seit der endgültigen Wiedereröffnung 1948 stehen hier die Ersatzfiguren des heiligen Thomas von Aquin und des heiligen Antoninus, geschaffen von Vittorio Morelli beziehungsweise Mentore Maltoni. In der ersten Kapelle rechts hängen die Bilder der heiligen Gemma Galgani und des heiligen Gabriele dell'Addolorata von den Zwillingsmalern Giuseppe und Claudio Ciani einander gegenüber – ein Hinweis auf die Visionen, die die Heilige im Gebet hatte.

Tipp der Redaktion

Wenn du das künstlerische Erbe der Kirche ganz kennenlernen willst, geh anschließend in die nahe Städtische Pinakothek Francesco Podesti: Dort hängt vorübergehend und gut sichtbar die Kreuzigung, die Tizian 1558 malte.

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