Die Kirche steht am Rand von Cavagliano, einem Ortsteil von Bellinzago, und ist romanischen Ursprungs. Früher war sie höchstwahrscheinlich die Pfarrkirche des Ortsteils; heute dient sie als Friedhofskirche. Die erste Erwähnung stammt von 1193, in einer Urkunde über den Verkauf jener kleinen Klostergemeinschaft an Mönche, die sie betreute; im dreizehnten Jahrhundert kam sie an den Klosterkomplex der Heiligen Felinus und Gratian von Arona und damit an die Diözese Mailand, was einen langen Streit mit Novara um die Abgaben auslöste.
Sehenswertes
Von außen verspricht sie wenig: Giebelfassade, ein einziges Schiff, Formen ländlicher Schlichtheit. Die Apsis hat ihre romanischen Maße bewahrt, schmaler als der Raum, und an ihrer Außenwand sieht man Terrakottaplatten mit Blütendekor des fünfzehnten Jahrhunderts. Die heutigen Strukturen gehen auf die Eingriffe jenes Jahrhunderts zurück, als die Kirche mit allem Besitz von Cavagliano an die Familie Caccia fiel und erweitert und erhöht wurde: Das Schiff wurde durch spitzbogige Quergurte auf niedrigen Pilastern in drei Joche geteilt, die das offene Dachwerk tragen, und ein spitzer Triumphbogen band es an die alte Apsis.
Der Besuch
Der Grund hineinzugehen liegt drinnen. Die Wände des Schiffs zeigen die Heiligen der Volksfrömmigkeit, die Nothelfer Sebastian und Rochus und die selige Panacea, das Hirtenmädchen aus dem Valsesia, das von der Stiefmutter getötet wurde. Die Reise wert ist aber die Apsis, gemalt von einem unbekannten Nachfolger Gaudenzio Ferraris, der mit verschiedenen Rottönen arbeitet: in der Kalotte Gottvater in einer Wolke zwischen musizierenden Engeln, im Zylinder die Madonna, umgeben von den Aposteln mit inzwischen unlesbaren Schriftbändern.
Tipp der Redaktion
Den Triumphbogen vom hinteren Ende des Schiffs aus betrachten. Oben laufen die Szenen der Passion, mit einer Kreuzigung, die mindestens viermal so groß ist wie die übrigen: Geißelung, Kreuztragung, Auferstehung und Kreuzabnahme stehen als Nebenrollen daneben. Es ist derselbe Effekt wie bei den bemalten Lettnern der Franziskanerkirchen, und das erklärte Vorbild ist Gaudenzios Lettner in Santa Maria delle Grazie in Varallo.
