Die Kirche Santa Maria Assunta steht an der Piazza Santa Maria, und in Cameri nennt man sie auf zweierlei Art: gesa ad Santa Maria oder, weit häufiger, gesa di bianch. Der zweite Name kommt nicht von der Architektur, sondern von den Menschen, die sie besuchten, und darin liegt der Grund, hier haltzumachen.
Sehenswertes
Im Ort zählten drei Bruderschaften, Vereinigungen mittelalterlichen Ursprungs mit dem Zweck, die Religion zu fördern und zu verbreiten: die Weißen, die Roten und die Hellblauen, im Dialekt i bianch, i russ und i arsantit. Die Namen kamen von der Farbe der Gewänder, welche die Brüder bei den Gottesdiensten trugen, jeder in seiner eigenen Kirche. Von diesen drei Spitznamen haben zwei die Bruderschaften überlebt und dienen bis heute dazu, zwei Kirchen des Ortes zu unterscheiden: diese, die der Weißen, und jene des Allerheiligsten Sakraments, die gesa di russ.
Der Besuch
Sie liegt wenige Schritte von der Pfarrkirche San Michele Arcangelo entfernt, am anderen Platz, und beide lassen sich mühelos im selben Gang ansehen. Die Zeiten sind jene der Gottesdienste; wer sie außerhalb sehen will, fragt am besten in der Pfarrei.
Tipp der Redaktion
Wer durch Cameri kommt, versuche die Dialektnamen statt der amtlichen zu benutzen: Sie sind genauer als jedes Schild, denn sie sagen, wem jedes Gebäude gehörte. Es ist eine Parallelbenennung, die der Ort lange nach der Auflösung der Einrichtungen, die sie hervorbrachten, am Leben gehalten hat.
