Im römischen Quadrilatero, zwischen den engen Gassen, in denen Turin seinen Markt und seinen Aperitivo hält, beherbergt ein Barockpalast, der ein Jahrhundert lang Textilfabrik war, seit 2008 ganz Asien: Das MAO entstand, indem man die orientalischen Sammlungen aus dem Palazzo Madama mit dem vereinte, was Region, Compagnia di San Paolo und Fondazione Agnelli gekauft hatten, und sie einem Direktor anvertraute, der Quantenmechanik lehrte und Buddhas sammelte. Es ist eines der schönsten Museen asiatischer Kunst Italiens und eines der stillsten: Die Gestaltung von Andrea Bruno hat es als Reise über Stockwerke gebaut, mit einem Zen-Garten in der Eingangshalle.
Sehenswertes
Im ersten Stock Südasien: die indischen Skulpturen ab dem zweiten Jahrhundert vor Christus, die Friese des großen Stupa von Butkara, in den fünfziger Jahren von piemontesischen Archäologen im Swat ausgegraben, mit den griechisch gesichtigen Buddhas von Gandhara, und die Khmer Kambodschas. Dann China, von den neolithischen Gefäßen zu den Ritualbronzen, den Lacken und den Grabbeigaben der Han und Tang mit den Pferden und Damen aus Terrakotta, und Japan, mit den hölzernen Tempelstatuen ab dem zwölften Jahrhundert, den Wandschirmen, den Rüstungen und den Drucken, die wechseln, um nicht zu verblassen.
Im dritten Stock der Himalaya, die Abteilung, die man in Turin nicht erwartet: die gemalten Thangkas, die Metallskulpturen, die Ritualgeräte und die geschnitzten Deckel heiliger Bücher aus Tibet, Nepal und Bhutan, in einem dunklen Saal, in dem man leise spricht. Ganz oben die islamische Galerie, ganz in Grün, mit den osmanischen Samten, den Keramiken und den persischen Handschriften, und den kalligraphierten Koranen, die den Rundgang auf der Seite des Mittelmeers beschließen.
Der Besuch
Das Museum liegt in der Via San Domenico im Quadrilatero, zehn Gehminuten von der Piazza Castello; ein Museum der Fondazione Torino Musei, mit eigenem Ticket, der Torino-Card und dem Abbonamento Musei, montags geschlossen. Zwei Stunden für alles; die Wechselausstellungen im Erdgeschoss sind oft der Grund wiederzukommen, und der Buchladen gehört zu den besten der Stadt.
Tipp der Redaktion
Steigen Sie gleich zum Himalaya-Stockwerk hinauf und bleiben Sie dort: Es ist die einzige Abteilung des Museums, in der die Gestaltung Stille verlangt, und die Thangkas betrachtet man, wie man Ikonen betrachtet, aus der Nähe und lange. Dann gehen Sie hinunter nach Gandhara und suchen einen Buddha mit welligem Haar und faltigem Mantel: Er ist ein Grieche, der die Religion gewechselt hat, und kein Buch erklärt das besser als eine Vitrine.
