🖼️ Museen

Palazzo Abatellis

📍 Palermo, Sizilien · 126/100

1495 gab der maestro portolano des Königreichs Sizilien, Francesco Abatellis, beim Architekten Matteo Carnilivari einen Wohnpalast entlang der Via Alloro im Palermitaner Viertel Kalsa in Auftrag. Dieses Beispiel gotisch-katalanischer Architektur, das den barocken Umgestaltungen entging und nach dem Zweiten Weltkrieg infolge der schweren Schäden der Bombardierungen von 1943 restauriert wurde, beherbergt seit dem 23. Juni 1954 die Galleria Regionale della Sicilia mit der berühmten museografischen Gestaltung von Carlo Scarpa.

Sehenswertes

Der Komplex bewahrt seine spätmittelalterliche Struktur mit rechteckigem Grundriss, Innenhof, zweigeschossiger Loggia und dreibogigen Fenstern im Hauptgeschoss. Im Erdgeschoss sind Holzschnitzereien aus dem 12. Jahrhundert, Majoliken mit Metallglanz vom 14. bis zum 17. Jahrhundert und Renaissanceskulpturen ausgestellt, darunter die im 15. Jahrhundert von Francesco Laurana geschaffene Büste der Eleonora von Aragón sowie die Madonna del latte von Domenico Gagini und Werke von Antonello Gagini. In der ehemaligen Palastkapelle befindet sich das eindrucksvolle Fresko des 15. Jahrhunderts vom Triumph des Todes aus dem Palazzo Sclafani, von oben beleuchtet. Im ersten Obergeschoss sticht die Verkündigungsmaria (Annunziata) von Antonello da Messina hervor, im Saal X aufgestellt zusammen mit den Tafeln der Kirchenlehrer desselben Künstlers. Der Rundgang umfasst auch Meisterwerke flämischer Herkunft wie das Malvagna-Triptychon von Jan Gossaert und die Kreuzabnahme von Jan Provost, begleitet von Gemälden von Giorgio Vasari, Bronzino, Pietro Novelli und Antoon Van Dyck.

Der Besuch

Die Ausstellungsordnung erstreckt sich über zwei Ebenen, verbunden durch die offenen Treppen des Innenhofs, ergänzt durch die grünen und roten Säle, die nach den Restaurierungen von 2008-2009 in den oberen Geschossen eingerichtet wurden, sowie durch den Zugang zur Dachterrasse. Der Eingriff Carlo Scarpas hat das Verhältnis zwischen natürlichem Licht und historischer Architektur neu bestimmt und die im 16. Jahrhundert während der Umwandlung des Gebäudes in ein Dominikanerkloster mit Klausur zerteilten Räume angepasst.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie im Saal X, der Antonello da Messina gewidmet ist, die Anordnung der von Carlo Scarpa entworfenen Halterungen für die Annunziata: Die Gestaltung lenkt den Blick unmittelbar auf die Stellung der Hand und den Faltenwurf des Mantels der Jungfrau.

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