Die Geschichte der Kirche Santa Maria dell'Itria in Ragusa hängt eng mit dem Souveränen Malteserorden zusammen, der in der Stadt seit 1391 bezeugt ist. Ursprünglich war der Bau dem heiligen Julian dem Gastfreundlichen geweiht und entstand unter dem Patronat der Grafen Chiaramonte, mit den Einkünften des Lehens San Icono. Nachdem Baron Blandano Arezzo 1626 die Komturei gestiftet hatte, bauten die Malteserritter die Kirche zwischen 1629 und 1639 neu auf und stellten ihr das alte Hospital für mittellose Reisende zur Seite. Das Erdbeben von 1693 richtete nur begrenzte Schäden an, sodass der Bau anschließend umgestaltet und erweitert werden konnte; seine heutige Gestalt erhielt er 1739.
Sehenswertes
Die barocke Fassade gliedert sich in zwei Geschosse, die ein breites Gesims trennt: Das Mittelportal umrahmen ineinander verschlungene Blattmotive, darüber sitzt ein großes Fenster, während die Seitenportale von weiten ovalen Öffnungen begleitet werden. Der Außenbau ist darauf angelegt, beim Aufstieg über die Freitreppe von schräg unten gesehen zu werden. Im Inneren teilen zehn Säulen aus weißem Stein den Raum in drei Schiffe; an ihren korinthischen Kapitellen ersetzen Mandelblätter die üblichen Akanthusblätter. An der Innenseite der Fassade, über dem Eingangsportal, liegen Sängerempore und Orgel. Die fünf Altäre und die tiefe Kapelle aus weißem Stein entstanden zwischen 1736 und 1745 unter dem Patronat der Familie Cultraro. Im rechten Seitenschiff findest du die Kapelle der Schmerzensmutter mit Stuckdekor und einer Kristallurne mit dem toten Christus sowie die Kapelle der Heiligen Familie von 1758, die das Gemälde der Flucht nach Ägypten bewahrt. Im linken Seitenschiff hängen ein Bild der heiligen Philomena, es folgen die Kapelle des heiligen Blasius mit gewundenen Säulen und dem Gemälde vom Wunder des heiligen Blasius sowie das Bild der Madonna mit den sieben Schwertern, das Ignazio Scacco 1699 malte. Im Querhaus zeigt die linke Apsidiole das Mattia Preti zugeschriebene Bild des heiligen Julian und Johannes des Täufers, während die rechte, unter dem Patronat der Cosentini, ein Kruzifix spanischer Schule birgt. Über dem Hochaltar erhebt sich die 1743 von den Cultraro geschnitzte Tribuna: Darin verdeckt ein Gemälde des 18. Jahrhunderts mit der Madonna Odigitria die Marienstatue, und zu Füßen des Jesuskindes ist eine zeitgenössische Ansicht des Hafens von Valletta zu erkennen.
Tipp der Redaktion
Achte beim Rundgang im Inneren auf zwei ungewöhnliche Details: die Mandelblätter an den korinthischen Kapitellen der Mittelsäulen und den Ausschnitt des Hafens von Valletta auf dem Gemälde der Madonna Odigitria über dem Hochaltar.
