In der vierten Kapelle des rechten Seitenschiffs hängt eine Kreuzigung, die Antoon van Dyck um 1640 malte, in Auftrag gegeben nach dem sizilianischen Aufenthalt des flämischen Meisters: vielleicht die unerwartetste Überraschung im Dom von Trapani, der offiziell protobasilica cattedrale di San Lorenzo heißt und am Corso Vittorio Emanuele liegt, entlang der Achse der Altstadt. Zur Kathedrale wurde die Kirche erst 1844, als Papst Gregor XVI. das Bistum Trapani errichtete; 1940 erklärte sie ein königliches Dekret zum Nationaldenkmal.
Sehenswertes
Ihr heutiges Aussehen verdankt die barocke Fassade dem Umbau des 18. Jahrhunderts unter der Leitung von Giovanni Biagio Amico, der um 1740 die Kuppel, den dreiteiligen Portikus und die Seitenkapellen hinzufügte. Im unteren Teil öffnet sich ein Pronaos mit drei Jochen und Rundbögen; das Gitter aus Bronze und Schmiedeeisen schuf Ennio Tesei, eingeweiht am 29. Juni 1990. Auf der rechten Seite steigt ein Glockenturm auf, dessen Spitze mit bunten Majoliken verkleidet ist. Innen folgt der Grundriss dem lateinischen Kreuz, mit drei Schiffen, die toskanische Säulen trennen, sechs auf jeder Seite. Im Querschiff stehen sich zwei klassizistische Marmoraltäre gegenüber: rechts das Martyrium des heiligen Laurentius von Giuseppe Felici (17. Jahrhundert), links die Steinigung des heiligen Stephanus von Domenico La Bruna (18. Jahrhundert), von dem auch der Ewige Vater in der Apsis stammt. Die Kapellen ergeben eine kleine Gemäldegalerie: das Letzte Abendmahl von Vito d'Anna, die Anbetung der Hirten des Flamen Geronimo Gerardi von 1631, der heilige Georg mit dem Drachen von Andrea Carreca und eine Marmorstatue des heiligen Laurentius aus der Gagini-Schule, vom Beginn des 16. Jahrhunderts.
Der Besuch
Es lohnt sich, den Blick zur Vierung zu heben: Die Kuppel ruht auf einem Tambour mit ungewöhnlichem geometrischem Spiel, außen quadratisch und innen rund, und vier kleine Kuppeln umgeben sie. In der Sakramentskapelle im Querschiff wird der tote Christus aus alabasterartigem Marmor bewahrt, den die Trapaneser „Pietra Incarnata“ nennen. Der Altarraum, den man heute sieht, ist jung: 1995 aus verschiedenen Marmorsorten nach der nachkonziliaren Liturgie gestaltet.
Tipp der Redaktion
Der Dom liegt am Corso Vittorio Emanuele, der Fußgängerachse quer durch die Altstadt: Am besten kommst du zu Fuß und nimmst dir ein paar Minuten mehr für das rechte Seitenschiff, wo van Dyck, Vito d'Anna und Geronimo Gerardi nur wenige Joche voneinander entfernt hängen. Unter dem Tonnengewölbe ändert sich das Licht zwischen Vormittag und Nachmittag stark, und die Mittagsstunden geben die Details der Altarbilder am besten wieder.
