1594 begonnen, um die Südseite der Piazza Grande zu fassen, ist die Kathedrale San Francesco der wichtigste Sakralbau der fünfeckigen Stadt, die die Medici in Livorno anlegen ließen. Der Bau, in Auftrag gegeben unter der Herrschaft von Ferdinando I. de' Medici, ging über den ersten Entwurf von Bernardo Buontalenti hinaus und wurde nach Plänen von Alessandro Pieroni ausgeführt; 1606 wurde er geweiht, 1806 zur Kathedrale erhoben.
Sehenswertes
Der marmornen Giebelfassade ist eine Vorhalle mit drei Bögen auf gekuppelten Säulen vorgelagert, eine Anlage, die man früher Inigo Jones zuschrieb. Der Hauptzugang liegt hinter einem monumentalen Bronzeportal von Antonio Vinciguerra, dessen Felder der Stadtgeschichte gewidmet sind. An der Westseite hat sich die Taufkapelle erhalten, mit einer Verkleidung aus gemischtem Bruchstein und einer Front, die in einem Dreiecksgiebel ausläuft; sie überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt. Das Innere in Form eines lateinischen Kreuzes birgt die Kapelle des Allerheiligsten Sakraments, zwischen 1716 und 1720 nach einem Entwurf von Giovanni del Fantasia errichtet, mit Skulpturen aus der Werkstatt des Giovanni Baratta und Gemälden von Giuseppe Maria Terreni. Vom Bau des 17. Jahrhunderts, den Pieroni und Antonio Cantagallina ersonnen hatten, sind die rechte Umfassungsmauer, der Altar des Allerheiligsten Sakraments und die von Don Antonio de' Medici in Auftrag gegebenen Marmorkantorien geblieben, während die 1604 von Vincenzo Ricordati geschnitzte Holzdecke verloren ging und beim Wiederaufbau nur in stark vereinfachter Form wiederholt wurde.
Der Besuch
Von den Luftangriffen der Jahre 1943-1944 fast vollständig zerstört, wurde der Dom wieder aufgebaut und am 20. Dezember 1953 von Bischof Giovanni Piccioni neu geweiht. Der heutige Bau schließt eine Exedra hinter der Apsis ein sowie den quadratischen Glockenturm, den Gaspero Pampaloni 1817 anstelle des im Erdbeben von 1814 beschädigten Giebelreiters aus dem 17. Jahrhundert errichtete. Die fünf Bronzeglocken wurden aus den Bruchstücken der historischen Glocken gegossen, die man aus dem Schutt geborgen hatte.
Tipp der Redaktion
Geh außen nach Süden um den Bau herum: Auf der Achse der Via Cairoli siehst du den Brunnen, der am Fuß der Apsisexedra sitzt und bei der Stadtsanierung der Dreißigerjahre entstanden ist.
