Der Palast folgt der Krümmung der Via di Città, und deshalb sieht man ihn nie ganz auf einmal: Man muss an ihm entlanggehen, während sich die Front Stück für Stück öffnet. Der älteste Kern stammt aus dem zwölften Jahrhundert und gehörte einer ghibellinischen Familie; zwischen dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert tagte hier auch der Rat, der die sienesische Republik lenkte.
Sehenswertes
Drinnen befinden sich eine private Kunstsammlung mit sienesischen und toskanischen Bildern, über Jahrhunderte von den Besitzern zusammengetragen, und der Konzertsaal der Musikstiftung. In der äußeren Loggia blieben die raffaelesken Malereien, die die Piccolomini wollten, die den Bau im sechzehnten Jahrhundert kauften; die Reihe der Dreibogenfenster kam später hinzu, in Nachahmung der ursprünglichen Gotik.
Im Jahr 1932 gründete Graf Guido Chigi Saracini hier die Musikakademie, die seinen Namen trägt, und seither ist der Palast eine Meisterschule: Jeden Sommer kommen Studierende aus aller Welt zu den Kursen und Konzerten. Die Familie wohnte bis 1965 weiter hier, dreißig Jahre lang wurde also in jemandes Wohnung musiziert.
Der Besuch
Der Palast liegt in der Via di Città, zwei Minuten vom Campo; Kunstsammlung und Säle besichtigt man nach Anmeldung zu begrenzten Zeiten, im Sommer kommt man vor allem zu den Konzerten der Akademie herein. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie den Turm über dem Palast an: Die sienesische Überlieferung erzählt, von dort habe ein Trompeter der Stadt den Sieg von Montaperti verkündet. Es ist eine Legende, doch sie erklärt, warum die Sieneser in einer Straße einander ähnelnder Paläste zuerst auf dieses Haus zeigen.
