Zwischen 1769 und 1775 nach Plänen des Architekten Joseph Promperg errichtet, steht die Basilika Santi Filippo e Giacomo an jener Stelle, an der schon seit dem 13. Jahrhundert die Sakralbauten des Ortes standen. Sie ist die Pfarrkirche von Cortina d'Ampezzo und wurde am 7. Januar 2011 zur Basilica minor erhoben. Du findest sie mitten im Ort, zwischen dem Corso Italia und der Via del Mercato. Historisch gehörte sie zur Diözese Brixen, von der sie bis 1964 abhing, bevor sie an Belluno-Feltre überging.
Sehenswertes
Im Inneren öffnet sich ein einschiffiger Raum im Geschmack des 18. Jahrhunderts, dessen Presbyterium von zwei großen rechteckigen Fenstern erhellt wird. Zwischen 1774 und 1775 schuf der Tiroler Maler Franz Anton Zeiller den Schmuck des Schiffs, während die Deckenbilder aus dem Jahr 1859 stammen und die Signatur des Ampezzaners Giuseppe Ghedina tragen. Der Bau bewahrt außerdem einen von Andrea Brustolon geschnitzten Altar, ein Gemälde des Malers Luigi Gillarduzzi aus dem 19. Jahrhundert und die Reliquiare mit den Gebeinen, die dem heiligen Liberalis und dem heiligen Theophilus zugeschrieben werden.
Auf der Empore über dem Eingang steht die monumentale Pfeifenorgel der Firma Mauracher aus Linz, 1954 eingeweiht und 2002 vom Orgelbauer Andrea Zeni nach einem Entwurf von Francesco Finotti restauriert. Das Instrument zählt 3.078 Pfeifen und drei Manuale und bewahrt die originale Klaviatur jener Orgel, die Gaetano Callido 1777 gebaut hatte.
Draußen ragt der berühmte, 65,8 Meter hohe Glockenturm mit dem Namen „el cianpanin“ auf, gebaut zwischen 1852 und 1858 vom ortsansässigen Architekten Silvestro Franceschi. Das Geläut, gegossen von der Innsbrucker Gießerei Grassmayr, umfasst die 3.074 kg schwere große Glocke „el Cianpanon“, die Sterbeglocke aus der Kirche Santa Caterina, die Uhrglocke und die alte Feuerglocke, die außen am Turm hängt.
Der Besuch
Die Basilika ist Sitz des Dekanats und regelmäßig für Gottesdienste geöffnet. Wer die Stimme des Turms hören will, kommt am besten freitags um 15:00 Uhr: Dann schlägt die große Glocke allein, zum Gedenken an den Tod Christi – ein Ritus, der sonst nur den höchsten Festtagen vorbehalten ist.
Tipp der Redaktion
Nimm dir im Kirchenschiff Zeit für den von Andrea Brustolon geschnitzten Altar: Er zeigt, wo die venezianische Holzschnitzkunst und die Tiroler Kunstwelt aufeinandertreffen.
