⛪ Kirchen und Heiligtümer

abbazia di San Giovanni Evangelista

📍 Parma, Emilia-Romagna · 63/100

Hinter dem Dom von Parma, fünfzig Meter entfernt, liegt eine zweite von Correggio gemalte Kuppel, und fast niemand geht hinein. Die Abtei San Giovanni Evangelista wurde 980 von Bischof Sigefredo II. über einem älteren Oratorium gegründet und nach dem Brand von 1477 von Grund auf neu gebaut: Als die Benediktiner die neue Kirche vollendet hatten, riefen sie einen siebenundzwanzigjährigen Maler, den noch niemand kannte, und ließen ihn die Kuppel ausmalen. Dort begann alles, was Correggio danach tun sollte.

Sehenswertes

In der Kuppel steht die Vision des heiligen Johannes auf Patmos: Christus fährt von oben durch die Wolken herab, die Apostel sitzen auf einem Wolkenring, die Beine baumelnd, und alles ist von unten gesehen, in gewaltsamen Verkürzungen, die vorher niemand gewagt hatte. In der Apsis und im Fries des Schiffs finden sich weitere Teile von ihm und seiner Werkstatt. In den ersten Kapellen links erkennt man dagegen die sehr junge Hand Parmigianinos, der hier seine ersten Schritte machte.

Der übrige Komplex ist so viel wert wie die Kirche: drei Kreuzgänge, die freskierte Klosterbibliothek und vor allem die Spezieria, die Apotheke der Mönche, mit hölzernen Regalen, Keramikgefäßen in Reihen und Mörsern an ihrem Platz, als Museum geöffnet. Sie war die Apotheke der Stadt, und die Benediktiner hielten sie jahrhundertelang offen.

Der Besuch

Die Abtei liegt am Piazzale San Giovanni, gleich hinter Dom und Baptisterium; die Kirche ist frei zugänglich, Kreuzgänge und Apotheke haben eigene Karten, mit Mittagsschließung. Eine Stunde für alles. Sie ist die natürliche zweite Station nach dem Dom, am selben Vormittag zu machen.

Tipp der Redaktion

Machen Sie die beiden Kuppeln am selben Tag und in zeitlicher Reihenfolge: zuerst diese, dann die Himmelfahrt im Dom, wenige Jahre später gemalt. Man sieht mit bloßem Auge, wie der Maler inzwischen jede Vorsicht verloren hat: Hier sitzen die Figuren noch auf etwas, dort fliegen sie alle zusammen in einem Wirbel. Auf fünfzig Metern Straße durchquert man den Augenblick, in dem die Barockmalerei entstand.

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