🏺 Archäologische Stätten

Parco Archeologico di Pompei

📍 Pompei, Kampanien · 98/100

Unter 4-6 Metern Asche und Bimsstein begraben, die der Vesuvio im Jahr 79 n. Chr. ausspie, ist die antike Kolonie Cornelia Veneria Pompeianorum heute weltweit einzigartig. Nirgendwo sonst bekommst du ein derart vollständiges Bild einer römischen Stadt – eine Besonderheit, die ihr 1997 den Titel als UNESCO-Welterbe einbrachte. Die Stadt entstand im VIII. Jahrhundert v. Chr. aus einer oskischen Siedlung (der Name leitet sich vermutlich von „pompe“ ab, der Zahl fünf). Bevor sie unter römische Herrschaft fiel, hinterließen hier Griechen, Etrusker und Samniten ihre Spuren. Einst ein reicher Handelsknotenpunkt für den Export von Wein und Öl, erstreckte sich Pompei über ein Lavaplateau von mehr als 63 Hektar und zählte schätzungsweise bis zu 20.000 Einwohner. Allein im Jahr 2024 zog die Ausgrabungsstätte über 4 milioni Besucher an.

Sehenswertes

Das Straßennetz folgt noch immer den samnitischen Linien nach dem strengen hippodamischen Schema. Beim Flanieren stößt du auf gewaltige öffentliche und religiöse Bauten, die größtenteils ab dem II. Jahrhundert v. Chr. entstanden sind: das Foro, die Basilica, das Comizio, die Terme Stabiane, das Teatro Grande sowie die Tempel, die Giove, Iside und Apollo geweiht sind (letzterer etruskischen Ursprungs). Im Foro Triangolare erhebt sich ein antiker dorischer Tempel griechischer Prägung. Achte mal auf die Außenmauern und die Wände in den Häusern – dort entdeckst du noch echte Graffiti in Vulgärlatein. Draußen vor der Stadtmauer liegen die prachtvollen Vorstadtvillen, die sogenannten „ville d'otium“. Die Villa dei Misteri, die im II. Jahrhundert v. Chr. nahe der Porta Ercolano erbaut wurde, ist berühmt für ihr Triklinium. Die Fresken dort wurden in der Technik der Megalographia gemalt: Lebensgroße Figuren zeigen Pantomimen, mystische Rituale oder Hochzeitsvorbereitungen. Nicht weit entfernt liegt die zwischen 1771 und 1774 ausgegrabene Villa di Diomede. Sie punktet mit einem eigenen Thermalbereich und einem Triklinium mit Meerblick. Im Untergeschoss diente ein Kryptoportikus als Keller – genau hier fand man zahlreiche Leichen und beachtliche Geldsummen. An der Porta Marina erwartet dich die Villa Imperiale vom Ende des I. Jahrhunderts v. Chr. Ihr ist ein 90 Meter langer Portikus voller kleiner Ädikulä vorgelagert. Drinnen verbirgt sich das größte Triklinium von Pompei, das mit beeindruckenden Wandmalereien im dritten und vierten Stil verziert ist.

Der Besuch

Die Ausgrabungen begannen im Jahr 1748 auf Geheiß von Carlo III di Borbone unter der Leitung von Roque Joaquín de Alcubierre. Später war es Maria Carolina, die zusammen mit dem Ingenieur Francesco La Vega beschloss, die Ruinen freizulassen, anstatt sie wieder zuzuschütten. Nach der Einigung Italiens strukturierte Giuseppe Fiorelli die Grabungen neu und unterteilte das Areal in „regiones“ und „insulae“. Im Jahr 1863 führte er die Gipsabdruck-Technik ein, um die Körper der Opfer in ihren letzten Lebensmomenten für die Nachwelt festzuhalten. Heute wird das Gelände vom Parco Archeologico di Pompei verwaltet. Wenn du durch die Straßen läufst, solltest du wissen, dass die meisten beweglichen Fundstücke – darunter Statuen, Alltagsgegenstände und originale Fresken – ins Museo Archeologico Nazionale di Napoli gebracht wurden. Eine kleinere Auswahl kannst du dir jedoch direkt vor Ort im Antiquarium di Pompei ansehen.

Tipp der Redaktion

Schau dir die Kalksteinmauern aus dem Sarno-Tal in der Nähe der Porta Ercolano ganz genau an: Die Befestigungsanlagen tragen bis oggi die Einschlagspuren der Artilleriegeschosse, die der römische General Silla im Jahr 89 v. Chr. während der Bundesgenossenkriege bei seiner Belagerung abfeuern ließ.

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