Am 17. Oktober 2004 drangen Diebe in die Kirche San Nicolò di Capodimonte ein und nahmen die letzten Kunstwerke aus ihrer jahrhundertelangen Vergangenheit mit. Im Juni 2007 antwortete die Pfarrei mit einem Geschenk zur Wiedergutmachung: Der Maler Raimondo Sirotti schuf und schenkte ihr ein Werk nach einem Gemälde des heiligen Nikolaus von Domenico Fiasella aus dem 17. Jahrhundert, und die neue Leinwand kam in den barocken Rahmen, der zuvor eines der gestohlenen Bilder gehalten hatte. Das Gebäude steht auf der Liste der italienischen Nationaldenkmäler.
Sehenswertes
Die Kirche ist romanisch und wurde im 12. Jahrhundert von den Regularkanonikern von San Rufo errichtet, der örtlichen Überlieferung nach an der Stelle einer dem heiligen Romulus geweihten Kapelle. Untersuchungen deuten darauf hin, dass rund um den Bau, neben dem Kloster, eine kleine Häusergruppe stand, die vom Ort Camogli fast unabhängig war. Die Überfälle sarazenischer Piraten zwangen im Lauf des 15. Jahrhunderts dazu, die gesamte Anlage aufzugeben; danach diente der alte Kultort den unterschiedlichsten weltlichen und geistlichen Zwecken.
1870 wurde sie wieder für den Gottesdienst geöffnet; die Restaurierung zwischen 1925 und 1926 gab ihr die Fassade aus Sichtstein mit den sichtbaren Bogenfriesen, die man heute sieht. Innen ist es ein einziges Schiff mit T-förmigem Grundriss, ganz aus schwarzem Schiefer gebaut: derselbe Stein wie auf den ligurischen Dächern, hier für die Mauern verwendet. An den Wänden haben sich Reste mittelalterlicher Fresken erhalten, die die Jahrhunderte der Aufgabe überstanden haben.
Der Besuch
Es gibt keine Straße: San Nicolò liegt an dem Pfad, der von der Pfarrkirche San Rocco zur Küste hinabführt und bis zur Punta Chiappa weitergeht, und ist nur zu Fuß erreichbar. Der Weg besteht großenteils aus Steinstufen, steil und auf den offenen Abschnitten ohne Schatten; feste Sohlen und Wasser gehören also dazu. Außerhalb der Gottesdienste ist die Kirche oft verschlossen, doch der Vorplatz über dem Golfo Paradiso steht immer offen und ist die halbe Besichtigung.
Tipp der Redaktion
Wir brechen am späten Nachmittag von San Rocco auf, wenn das Licht flach von Westen kommt und der Pfad im Schatten liegt: Der Abstieg geht leicht, und der schwarze Stein der Kirche wirkt nicht mehr düster. Man sollte allerdings bedenken, dass die Mühe auf dem Rückweg wartet, durchgehend bergauf, und das rechnet man besser ein, bevor man bis zur Punta Chiappa hinuntersteigt.
