🖼️ Museen

casa di Cristoforo Colombo

📍 Genova, Ligurien · 60/100

Das Haus, das heute neben der Porta Soprana steht, ist ein Torso. Bis etwa 1900 hatte es fünf Stockwerke, doch die Balken der oberen lagen auf den tragenden Mauern der Nachbarhäuser: Als die Nordseite des vico Dritto Ponticello für die via XX Settembre abgerissen wurde, mussten die drei obersten Geschosse weichen. Auch die beiden verbliebenen sind nicht mittelalterlich: Die von Ludwig XIV. befohlene Beschießung von 1684 legte den Häuserblock in Schutt, und das Haus wurde in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts auf den Resten wieder aufgebaut. An der Adresse aber lassen die Archive keinen Zweifel. Domenico Colombo, Weber und gelegentlich Händler mit Wein und Käse, zog 1455 hierher, zusammen mit seinem Sohn Cristoforo, der gerade vier wurde; die Familie blieb bis etwa 1470, während die Schulden wuchsen und der Junge zur See zu fahren begann.

Sehenswertes

Das Erdgeschoss bewahrt den Grundriss aus der Zeit der Colombo: ein Laden zur Straße hin und links davon die Haustür; darüber trennt eine Holzbalkendecke das erste Obergeschoss ab, wie sich aus der Urkunde ablesen lässt, mit der die Familie das Anwesen an die Bavarello abtrat. In die Fassade eingelassen ist die Tafel, die die Stadt nach dem Kauf von 1887 anbringen ließ, beschlossen unter Bürgermeister Andrea Podestà im Blick auf die vierte Jahrhundertfeier der Entdeckung.

Neben dem Haus erhebt sich der romanische Kreuzgang von Sant'Andrea aus dem 12. Jahrhundert. Er gehörte zum Kloster auf dem gleichnamigen Hügel, der 1904 abgetragen wurde: Der Architekt Alfredo d'Andrade rettete die Steine und ließ sie hier Säule für Säule wieder zusammensetzen. Sie sind das Älteste am Ort und für viele Besucher auch das Schönste.

Der Besuch

Das Hausmuseum gehört der Stadt Genua und wird vom genuesischen Kulturverein Porta Soprana betreut; prüfen Sie Tage und Öffnungszeiten vor dem Besuch, denn geöffnet ist nicht durchgehend. Der Eingang liegt knapp außerhalb der alten mittelalterlichen Mauern, wenige Meter von den Türmen der Porta Soprana entfernt, in einer der bestangebundenen Ecken der Altstadt. Innen sind es zwei Räume: eine Viertelstunde genügt, und wer ein Seefahrtsmuseum erwartet, wird enttäuscht.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie vor dem Eintreten einmal um das Gebäude herum, auf der Seite des Kreuzgangs: Von dort sieht man sofort, dass es ein bewusst gestütztes Bruchstück ist, und der Schnitt der Mauern erzählt vom Abriss zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als jede Tafel. Drinnen fragen Sie nach dem Bericht, den der Historiker Luigi Tommaso Belgrano am 12. Mai 1887 verfasste, um den Stadtrat zum Kauf zu bewegen: Eine Abschrift wird hier aufbewahrt, das Original liegt in der Biblioteca Berio.

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