🖼️ Museen

Civico museo biblioteca dell'Attore

📍 Genova, Ligurien · 56/100

1966 übergab Ida Salvini, die Witwe des großen Schauspielers Tommaso Salvini, den Nachlass ihres Mannes an drei Genueser Theaterleute: Luigi Squarzina, Alessandro D'Amico und Ivo Chiesa. Die Truhen landeten in einer Wohnung an der Piazza Marsala, über dem gleichnamigen Theater, und daraus wurde das heutige Civico museo biblioteca dell'attore, Italiens umfangreichstes Archiv zum Handwerk des Schauspielens. Im Jahr darauf kamen die Erinnerungsstücke der Schauspielerin Adelaide Ristori als Geschenk dazu; 1971 wurden die Sammlungen zu einer Stiftung. Ab 1980 war die Villetta Serra neben den Acquasola-Gärten der Sitz, bis die Stadt dem Museum 2013 die heutigen Räume in der Via del Seminario zuwies.

Sehenswertes

Der Bestand umfasst mehr als 40.000 Stücke: Bände, Autografen, Fotografien, Bühnenkostüme, Entwürfe, Bühnenbilder und Regiebücher. Rund vierzig eigene Nachlässe tragen Namen, die anderthalb Jahrhunderte italienischer Bühne abdecken: Ernesto Rossi, Ermete Zacconi, Ruggero Ruggeri, Sergio Tofano, Lilla Brignone, Giorgio De Lullo, Romolo Valli, Paolo Stoppa, Alberto Lionello. Dazu kommen die Archive zweier Theaterfotografen, Gastone Bosio und Pasquale De Antonis, sowie die Papiere des Kritikers Silvio d'Amico.

Am stärksten wirken die wieder aufgebauten Arbeitszimmer: die Schreibtische von Gilberto Govi, Tommaso Salvini, Alessandro Fersen und Sabatino Lopez, mit ihren eigenen Möbeln und Papieren zusammengesetzt. Das Marionettentheater Rissone steht nicht hier, sondern im Porto Antico, in der internationalen Kinderbibliothek Edmondo De Amicis, in einer vom Museum betreuten Abteilung. Seit 2024 sammelt und bewahrt das Haus außerdem Theatertexte in genuesischer Sprache.

Der Besuch

Der Sitz liegt im dritten Stock eines städtischen Gebäudes in der Via del Seminario, in der Altstadt wenige Minuten von der Piazza Corvetto entfernt, und teilt sich die Räume mit der Bibliothek des Istituto Mazziniano. Das ist kein Zufall: Hier lagern die Dokumente zum Theater des 19. Jahrhunderts und zu seiner Rolle im Risorgimento. Ein Museum für Besucherströme ist das nicht, man kommt nach Voranmeldung, und die Einsicht in die Bestände muss abgesprochen werden. Seit 2016 verbindet eine Vereinbarung mit der Universität Genua die wissenschaftliche Arbeit des Museums mit der universitären; oft sitzen Studierende an den Materialien.

Tipp der Redaktion

Wir schreiben oder rufen vorher an und sagen, was uns interessiert: Das Personal holt dann Fotografien und Regiebücher aus dem Depot, die in keiner Vitrine liegen, und das ist der beste Teil des Besuchs. Wir empfehlen außerdem, den Veranstaltungskalender zu verfolgen. 2022, zum zweihundertsten Geburtstag von Adelaide Ristori, brachte das Museum zusammen mit dem Teatro Nazionale, der Universität und der Stadt eine Aufführung mit Elisabetta Pozzi, eine Kostümausstellung im Palazzo Lomellino und eine internationale Tagung zustande.

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