🖼️ Museen

Museo di storia naturale Giacomo Doria

📍 Genova, Ligurien · 70/100

1878 strandete vor Monterosso al Mare ein Finnwal und verendete dort. Sein Skelett, rund zwanzig Meter lang, ist bis heute das sperrigste Stück im Naturkundemuseum von Genua, dem ältesten Museum der Stadt: Es geht auf Giacomo Doria zurück, Marchese, Naturforscher und über vierzig Jahre lang Direktor jener Einrichtung, die der Stadtrat am 24. April 1867 beschloss und die seinen Namen trägt. Doria bezahlte sie zu großen Teilen aus eigener Tasche und sah den fertigen Bau nicht mehr: Schwer krank fehlte er bei der Eröffnung am 17. Oktober 1912 und starb kurz darauf.

Sehenswertes

Die Sammlungen gehen auf die Reisen zurück, die das Museum gegen Ende des Jahrhunderts gemeinsam mit der Italienischen Geographischen Gesellschaft bezahlte: Luigi Maria d'Albertis, Leonardo Fea, Arturo Issel, Orazio Antinori, Odoardo Beccari und Lamberto Loria kehrten aus Sumatra, Birma und Neuguinea mit Millionen von Belegen in Alkohol zurück, viele davon neu für die Wissenschaft, manche bis heute unbearbeitet. Das Ergebnis ist die größte entomologische Sammlung Italiens mit mehr als vier Millionen Exemplaren: Eine Zeit lang war das Doria das Nationalmuseum für Insekten, und die Ausbeute italienischer Forschungs- und Militärexpeditionen landete hier.

Ausgestellt sind mehr als 6.000 Stücke. Darunter ein Beutelwolf, der im vorigen Jahrhundert ausgestorbene Tasmanische Tiger: In italienischen Museen stehen drei davon. Die Bibliothek, mit dem Museum aus den Buchspenden von Giacomo Doria und Lorenzo Pareto entstanden, brannte in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1942 nach einem Bombenangriff aus; 30.584 Bände gingen verloren. Sie wurde wieder aufgebaut und zählte im Juli 2017 rund 95.000 erfasste Titel.

Der Besuch

Das Museum steht in der Via Brigata Liguria, außerhalb der alten Stadtmauern, in einem damals fast leeren Viertel, das die Bautätigkeit später von allen Seiten einschloss; die geplante Erweiterung nach dem Vorbild des Pariser Museums wurde damit unmöglich. Der Bau stammt vom Stadtbauamtsleiter Clodoveo Cordoni: Sein Entwurf von 1896 sah Kuppeln und eine monumentale Freitreppe vor, beides fiel dem Geldmangel zum Opfer, gebaut wurde von 1905 bis 1912. In den letzten Jahren war das Haus lange wegen Umbauarbeiten geschlossen, deshalb sollte man vor der Anreise prüfen, ob geöffnet ist.

Tipp der Redaktion

Wir bleiben nicht bei den präparierten Tieren stehen: Die Stärke des Doria ist das, was man nicht sieht, die Insektenkästen und die Bibliothek, in der seit 1922 auch die Italienische Entomologische Gesellschaft sitzt. Wenn an Ihrem Besuchstag eine Führung durch die Magazine angeboten wird, nehmen wir sie ohne Zögern. Und achten Sie auf den Namen Lilia Capocaccia: Die Herpetologin kam 1954 an das Haus und leitete es von 1976 bis 1996 als erste Frau.

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