Am Westfries, zwischen den Bersaglieri und den Pionieren, trug einer der Soldaten die Züge Mussolinis: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Gesicht aus dem Stein geschlagen, und die Narbe ist bis heute zu erkennen. Der Arco della Vittoria — von den Genuesen Monumento ai Caduti genannt — geht auf einen nationalen Wettbewerb der Stadt aus dem Jahr 1923 zurück, der an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Genuesen erinnern sollte. Unter sechzehn Entwürfen gewannen der Architekt Marcello Piacentini und der Bildhauer Arturo Dazzi; eingeweiht wurde der Bogen am 31. Mai 1931.
Sehenswertes
Der Bogen ist siebenundzwanzig Meter hoch und steht auf einem elliptischen Sockel mitten auf der Piazza della Vittoria, am Ende einer halbrunden Rampe, deren Ecken je sechs Stufen tragen. Außen tragen ihn zwölf viereckige Pfeiler und sechzehn dorische Säulen; auf den Kapitellen sitzen die allegorischen Figuren des Ruhms von Dazzi und Edoardo De Albertis. An den Ecken des unteren Frieses ragen Rostren hervor, ein Zitat römischer Tropäen. Der Fries von Dazzi läuft um alle vier Seiten wie ein gemeißelter Heeresbericht: Maschinengewehrschützen und Alpini im Norden, Artillerie und Kavallerie im Süden mit den Schlachten am Isonzo und am Piave, Bersaglieri und Pioniere im Westen, Luftwaffe und Marine im Osten.
Zwei große Türen am Sockel führen hinab in die Krypta, die den 680.000 gefallenen italienischen Soldaten gewidmet ist. Der Altar besteht aus rotem Marmor aus Levanto, darüber hängt ein Bronzekruzifix auf einem Palisanderkreuz von De Albertis; die Bildwerke stammen von Giovanni Prini, der auch die Viktorien, den heiligen Georg, das Wappen Genuas und die Tafeln mit den Namen schuf. Das Gewölbe ist eine gelbe Kuppel voller geschwungener Linien, gerahmt von zwei lateinischen Inschriften, davon eine aus Vergils Georgica.
Der Besuch
Die Piazza della Vittoria liegt wenige Gehminuten vom Bahnhof Brignole entfernt und wird von zahlreichen Buslinien bedient; um den Bogen kann man zu jeder Stunde frei herumgehen. Die Fläche darunter ist künstlich: Vor den 1920er Jahren verlief hier das Tal des Bisagno, ein offener und hochwassergefährdeter Wildbach, und der Platz entstand erst durch die Überdeckung seines letzten Abschnitts. Die Krypta dagegen ist nicht immer zugänglich: Die beiden Türen am Sockel öffnen sich vor allem zu Gedenkfeiern.
Tipp der Redaktion
Schauen Sie das Denkmal zweimal an. Zuerst aus der Ferne, vom anderen Ende des Platzes, um zu verstehen, wie sehr Piacentini es als Bühnenbild dachte: Sein Entwurf von 1924 war noch theatralischer, mit Rampen und Stufenreihen, und er selbst vereinfachte ihn 1926. Dann von unten, einen Meter vor dem istrischen Stein, wo die Namen lesbar werden und an der Westseite das getilgte Gesicht auftaucht. Wir empfehlen den späten Nachmittag: Das flache Licht hebt die Reliefs von Dazzi hervor.
