Die Festung war ein Jahr alt, als sie sich bewähren musste. Die Republik Genua ließ sie 1173 auf dem westlichen Hügel errichten, auf Betreiben des Konsuls Ingone di Flessa, und die Arbeiten dauerten ein volles Jahr; 1174 stand ihr das Heer des Grafen Obizzo Malaspina gegenüber, verbündet mit den Familien Da Passano und Fieschi: 3.000 Fußsoldaten und 150 Reiter. Sie hielt lange genug stand, dass aus Genua Verstärkung aufbrechen konnte, die sich nicht mit dem Entsatz begnügte und den Da Passano auch die benachbarte Burg abnahm.
Sehenswertes
Von dem genuesischen Stützpunkt, angelegt als Wehr- und Beobachtungsposten über der Küste, ist ein beträchtlicher Teil der ursprünglichen Bauten erhalten, vom Übrigen getrennt und in Privatbesitz. An diesen Mauern wurden eingehende Untersuchungen durchgeführt, gemeinsam mit der Denkmalbehörde für Kunst und Landschaft und mit Fachleuten der Universität Genua: Es ist Substanz des 12. Jahrhunderts, keine Rekonstruktion.
Innerhalb des alten Siedlungsrings erhebt sich dagegen eine weit jüngere Burg. Der Architekt Venceslao Borzani baute sie in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts für den Marchese De Fornari im Coppedè-Stil, nach dem Vorbild des Genueser Hauses der Mackenzie: Türme und Zinnen sind Jugendstil, nicht Mittelalter. Ringsum stehen einige Privathäuser.
Der Besuch
Das Gelände nimmt die ersten Hänge westlich des Ortskerns von Moneglia ein, knapp oberhalb des Dorfes. Sowohl die Burg des 20. Jahrhunderts als auch die Reste der Festung sind Privatbesitz und nicht zugänglich: Man betrachtet sie von außen, von der ansteigenden Straße aus, wo sich die Umrisse der Türme über die Dächer schieben.
Tipp der Redaktion
Unser Rat: hinaufgehen und beides auseinanderhalten, die mittelalterliche Festung mit ihren Mauerstücken und die Burg des Marchese, die jene Festung zitiert, ohne sie zu sein. Wer das nicht weiß, fotografiert die Zinnen im Glauben, das 12. Jahrhundert vor sich zu haben, und liegt siebenhundert Jahre daneben. Dann genügt der Blick aufs Meer: Warum Genua gerade diese Kuppe wollte, versteht man in drei Sekunden, und mehr militärische Erklärung braucht es nicht.
