Vor der Kirche stand eine Kapelle. Schon im 17. Jahrhundert gab es in der Siedlung Cavi Borgo einen kleinen Bau, der der Unbefleckten Empfängnis, dem heiligen Erasmus und dem heiligen Antonius von Padua geweiht war; ein Kaplan las dort nur an Feiertagen die Messe. Sonst gehörte die Gemeinde, wie auch die von Sorlana, zur Pfarrkirche Santa Giulia di Centaura oben am Hang. Anfang des 17. Jahrhunderts beschlossen die Bewohner von Cavi Borgo, sich unten am Meer ein eigenes Gotteshaus zu bauen: die Kirche der Santissima Concezione an der via Romana, heute Pfarrkirche des Ortsteils Cavi di Lavagna.
Sehenswertes
Der Grundriss ist betont schlicht: ein einziges Schiff mit Presbyterium und Chor, ein Hochaltar aus Marmor und vier Seitenaltäre. Die bearbeiteten Marmore sind der kostbare Zug des Baus, den örtliche Quellen auf 1757 datieren, als die Gemeinde von Cavi stark genug war, eine eigene Kirche zu unterhalten.
Die Fassade im genuesischen Barock wurde 1938 erneuert; sie ist das, was man sieht, wenn man die via Romana entlangkommt, die Straße, die parallel zur Küste durch den Ort führt. Das schwerere Datum ist aber 1797: In jenem Jahr löste der Genueser Erzbischof Giovanni Lercari die Pfarrei von Santa Giulia di Centaura ab und machte sie selbstständig. Heute ist die Kirche Sitz eben dieser Pfarrei im Vikariat Chiavari-Lavagna des Bistums Chiavari.
Der Besuch
Cavi hat einen eigenen Bahnhof an der Strecke Genua-Pisa; vom Bahnsteig sind es wenige Gehminuten bis zur Kirche, ohne den Ort zu verlassen. Es ist eine genutzte Pfarrkirche, kein Museum: Die Zeiten richten sich nach den Gottesdiensten, und wer im Sommer kommt, trifft sie mitten im Badebetrieb an, denn die Strandbäder von Cavi ziehen auch Gäste aus den Nachbargemeinden an. Außerhalb der Saison, früh am Morgen, liest sich der Ort deutlich besser.
Tipp der Redaktion
Wir raten, es nicht dabei zu belassen. Richtung Sestri Levante, unterhalb der Rocche di Sant'Anna, bewahrt die Kapelle San Leonardo, früher die Kapelle der Franzosen und bis 1665 im Besitz der Malteserritter, über dem Marmoraltar ein Tafelbild von Bartolomeo Biscaino mit der Madonna del Carmine, dem heiligen Bischof Erasmus und dem heiligen Leonhard von Limoges. Beide Stationen zusammen erklären Cavi weit besser als eine allein.
