Die Kirche Santa Maria Assunta in Mosso trägt ein Baudatum, das drei weitere verbirgt. Der heutige Bau geht auf 1650 zurück, ersetzt aber eine Kultstätte von 1326, die ihrerseits auf den Resten einer Kirche des dreizehnten Jahrhunderts stand, zerstört von Fra' Dolcino, dem Ketzer, dessen Hauptquartier in den Bergen rund um Mosso lag.
Sehenswertes
Von jener alten Kirche ist ein einziges Stück geblieben, und gerade dieses lohnt die Reise: der spätromanische Glockenturm, der alle späteren Umbauten überstand. Der Rest ist das Ergebnis zweier Jahrhunderte Baustelle: Die Kirche von 1650 wurde erst fünfzig Jahre später wirklich fertig, nämlich 1705, und danach zwischen 1732 und 1734 weiter umgestaltet.
Der Besuch
Die Front von heute gehört zu keiner dieser Phasen: Fassade und Pronaos wurden 1875 im klassizistischen Stil erneuert. Sie kündigt eine ganz andere Zeit an als der Glockenturm, und der Abstand zwischen beiden ist das Interessanteste am Bau: hier romanischer Stein, dort Säulen und Giebel des neunzehnten Jahrhunderts.
Tipp der Redaktion
Das Detail, nach dem man suchen sollte, ist der Glockenturm und der Grund, warum er allein dasteht. Die Berge um Mosso waren das Hauptquartier des Fra' Dolcino, und diese Kirche trägt das Zeichen jener Geschichte unmittelbar: 1326 wurde sie über den Trümmern wieder aufgebaut, die jene Episode hinterlassen hatte, und 1650 noch einmal.
