Die Wallfahrtskirche Nostra Signora della Brughiera liegt im Ortsteil Bulliana, ein paar Kilometer von Trivero entfernt, auf über 800 Metern zwischen Kastanienwäldern und Weiden. Der Überlieferung nach entstand sie dort, wo die Muttergottes einem stummen Hirtenmädchen erschien und ihm die Sprache zurückgab; heute ist sie das ganze Jahr über geöffnet und eine der fünf Wallfahrtskirchen im Gebiet von Biella, in denen geheiratet werden darf.
Sehenswertes
Es sind zwei Kirchen. Die größere ist das Herz des Heiligtums und birgt neben den Votivgaben eine Geburt Christi von Gian Giacomo Barbelli aus Crema in der Mitte des Altars, ein im achtzehnten Jahrhundert von Pietro Lace bemaltes Mittelschiff samt Presbyterium und eine hölzerne Kanzel valsesianischer Herkunft, die heute in der Sakristei steht. Die zweite ist kleiner und älter: Sie wurde im sechzehnten Jahrhundert auf den Resten einer Kirche des vierzehnten Jahrhunderts errichtet, bei der die Anhänger des fra' Dolcino ihr Lager aufgeschlagen hatten. Ebenfalls aus dem achtzehnten Jahrhundert stammen das Haus des Eremiten und die Unterkünfte für die Pilger.
Der Besuch
Am besten steigt man zu Fuß den Saumpfad hinauf, der zum Dorf Bulliana führt: Ein Kreuzweg mit vierzehn Stationen in ebenso vielen Kapellen begleitet ihn, im neunzehnten Jahrhundert von Giovanni Avondo aus Balmuccia ausgemalt und 1879 vom Maler Ciancia aus dem Valsessera überarbeitet. Das Heiligtum gehört zur Gruppe der kleineren Wallfahrtskirchen des Biellese an den Wegen CoEUR und Cammino di San Carlo, zusammen mit Banchette bei Bioglio, dem Mazzucco von Camandona und der Brugarola von Ailoche.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie in der größeren Kirche das große Gemälde vom Streit. Das Heiligtum steht genau auf der Grenze zwischen Trivero und Mosso, und die beiden Pfarreien stritten um seinen Besitz: Am 25. März 1643 trafen ihre Prozessionen hier aufeinander, und aus Worten wurden Steine und Arkebusen. Die Inschrift auf dem Bild hält das Ergebnis mit einer Unbefangenheit fest, die die Reise wert ist: Es fielen viele Schüsse, und niemand kam zu Schaden, durch ein Wunder der Jungfrau Maria.
