Die Herren, die dieses Turmhaus im Mittelalter bauten, fingen nicht bei null an: Sie setzten es auf einen viereckigen Sockel, der das Fundament eines römischen Tempels war. In der Stadt war das die einzige fertige Steinplattform, und sie zu nutzen hieß, Fundamente zu sparen und sich um einige Meter über die Nachbarn zu erheben.
Sehenswertes
Es ist der mächtigste mittelalterliche Bau Albas und war höchstwahrscheinlich ein Herrenhaus, das auch der Verteidigung dienen sollte. Der Grundriss ist rechteckig, die lange Seite fast dreimal so lang wie die kurze; der Sockel ist aus Stein, der länger hält als Backstein, und an allen vier Seiten laufen drei Reihen kleiner Rundbogenfriese, nicht immer regelmäßig. Zwischen der zweiten und dritten Ordnung liegen zwei Ziegelreihen im Sägezahnmuster.
Im neunzehnten Jahrhundert wurden die angebauten Häuser abgerissen, um den Platz zu ordnen, und jüngere Restaurierungen haben die mittelalterlichen Züge teils zurückgewonnen und den römischen Tempel unter den Fundamenten freigelegt. Die Albeser nennen es seit jeher den Castellaccio und zählen es trotz seiner Masse zu den berühmten Türmen der Stadt.
Der Besuch
Das Gebäude liegt an der Piazza Pertinace, gegenüber der Kirche San Giovanni, mitten in der Altstadt; von außen sieht man es jederzeit, der Zutritt hängt von den Öffnungen ab. Eine Viertelstunde.
Tipp der Redaktion
Stellen Sie sich an die Westseite und suchen Sie die grauen Steinrauten in der Mauer. Niemand weiß sicher, was sie sind: bloßer Schmuck vielleicht, oder das Wappen der Familie, die hier wohnte. Betrachten Sie sie und bilden Sie sich eine eigene Meinung, denn darüber sind sich die Fachleute noch nicht einig.
