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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa della Gran Madre di Dio

📍 Torino, Piemont · 61/100

Am Ende der Via Po, jenseits des Flusses, steht ein Pantheon. Die Kirche der Gran Madre di Dio entwarf der Hofarchitekt Ferdinando Bonsignore in offener Nachahmung des römischen Vorbilds — Säulenvorhalle, Giebel, Kuppel — und den Grundstein legte 1818 Vittorio Emanuele I. Sie sollte für die Rückkehr der Savoyer auf den Thron nach der napoleonischen Zwischenzeit danken: ein politisches Denkmal im Gewand eines Tempels.

Sehenswertes

Die Freitreppe ist so breit wie die Front, und darauf sitzen zwei Statuen: der Glaube, der einen Kelch hält und in die Ferne blickt, und die Religion. Turin hat um diese Statue eine seiner bekanntesten Legenden gebaut: dass der Kelch die Stelle bezeichne, an der der Gral verborgen liegt, und dass der Blick des Glaubens die Richtung angebe. Nichts stützt das, doch die Geschichte kursiert seit anderthalb Jahrhunderten und gehört zu den Touren durch die esoterische Stadt.

Innen ist der runde Raum unter der Kuppel streng und ziemlich kalt, wie es der Klassizismus verlangt; darunter liegt die Krypta, seit dem zwanzigsten Jahrhundert die Gedenkstätte der Turiner Gefallenen. Der wahre Grund herzukommen liegt aber draußen: Vom Vorplatz blickt man zurück, über die Brücke, und sieht die Flucht von Piazza Vittorio, Via Po und am Ende die Mole, alles in einer Linie.

Der Besuch

Die Kirche steht an der Piazza Gran Madre, am rechten Ufer des Po, fünf Minuten zu Fuß von der Piazza Vittorio Veneto über die Brücke; Eintritt frei, mittags und während der Gottesdienste geschlossen. Zwanzig Minuten. Darüber, zehn Minuten bergauf, liegt der Monte dei Cappuccini mit seinem Aussichtspunkt.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie bei Sonnenuntergang zu Fuß über die Brücke zur Kirche und drehen Sie sich dann auf der Treppe um: Die Sonne sinkt hinter der Stadt, der Fluss entzündet sich, und die Flucht der Via Po schließt sich auf der Mole. Es ist die Aussicht, die die Turiner zuerst zeigen, und man bekommt sie, wenn man vor einer aus politischen Gründen gebauten Kirche steht.

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