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🖼️ Museen

Galleria Sabauda

📍 Torino, Piemont · 70/100

Eine königliche Gemäldegalerie, von einem König an seinem Geburtstag dem Publikum geöffnet: Karl Albert eröffnete die Reale Galleria am 2. Oktober 1832 im Palazzo Madama und vereinte die Gemälde des Königspalastes, der Carignano, des Palazzo Durazzo in Genua und die Sammlung des Prinzen Eugen von Savoyen, des Feldherrn, der die Türken besiegt und seine Häuser in Wien mit Flamen gefüllt hatte. Die Sabauda, seit 1933 so genannt, hat dreimal den Sitz gewechselt, zuletzt 2014 in die Manica Nuova des Königspalastes neben dem Dom, wo die Musei Reali sie wieder in die Nähe der Räume gebracht haben, aus denen die Bilder kamen.

Sehenswertes

Die Flamen und Holländer sind das Herz und die beste Gruppe Italiens: Jan van Eyck mit der Stigmatisation des heiligen Franziskus, einer Tafel, die man mit der Lupe betrachtet, Rogier van der Weyden, Memling mit der in einer einzigen Stadt erzählten Passion, Rembrandt mit dem Schlafenden Alten, Rubens, und Van Dyck mit den drei Kindern Karls I. von England, den elegantesten Kindern der Malereigeschichte, die nach Turin kamen, weil ihre Tante Madama Cristina war. Dann das italienische Quattrocento: Fra Angelico, Botticelli, Filippino Lippi mit den Drei Erzengeln und Tobias, Pollaiolo mit Tobias und dem Engel, Mantegna, und die Gualino-Madonna Duccios, 1930 mit der Sammlung des Industriellen Riccardo Gualino eingetroffen, der Primitive, sienesische Goldgründe und orientalische Kunst mit dem Auge eines Avantgarde-Sammlers zusammentrug.

Das piemontesische Stockwerk ist das, was man anderswo nicht findet: Spanzotti, Macrino d'Alba, Defendente und Gaudenzio Ferrari, Tanzio da Varallo, die Renaissance der Täler. Und das höfische siebzehnte und achtzehnte Jahrhundert, mit der Verkündigung Orazio Gentileschis, Veronese, Tintoretto, Guercino, Tiepolo und den Ansichten Turins, die Bellotto für den König malte und die die Stadt genau so zeigen, wie sie noch ist.

Der Besuch

Der Eingang führt über die Musei Reali an der Piazzetta Reale, mit einem Einzelticket, das auch den Königspalast, die Rüstkammer, die Königliche Bibliothek und das Antikenmuseum einschließt; montags geschlossen. Die Säle liegen auf vier Stockwerken, und die Sammlung umfasst mehr als siebenhundert Gemälde: zwei Stunden oder eine Auswahl. Von hier geht man direkt in die Königlichen Gärten.

Tipp der Redaktion

Steigen Sie gleich zum flämischen Stockwerk hinauf und suchen Sie die Stigmatisation van Eycks: Sie ist so groß wie eine Postkarte, und in den Felsen hinter dem Heiligen steckt eine ganze Stadt. Dann stellen Sie sich vor Van Dycks Kinder Karls I. und bedenken, dass das kleinste, im Kleidchen, Jakob II. werden sollte: Die Sabauda ist auch eine gemalte Lektion europäischer Geschichte.

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