Es ist das Nordtor des römischen Turin und eines der bestbewahrten Stadttore des ersten Jahrhunderts vor Christus überhaupt. Hier betrat man die Stadt von Norden her, und der Bau ist noch der ursprüngliche: der Mittelteil mit den vier Durchgängen und die beiden vieleckigen Türme daneben, hoch wie ein heutiges Haus.
Sehenswertes
Die vier Öffnungen sind nicht gleich: Die beiden mittleren, breiteren dienten den Wagen, die beiden schmalen an den Seiten den Fußgängern. Darüber laufen zwei Reihen von Bogenfenstern, die das Mauerwerk erleichterten und den Wehrgängen Licht gaben. Eine Anlage, die man auf einen Blick liest, ohne Rekonstruktionen.
Der Name ist mittelalterlich und kommt von Porta Palatii, wohl wegen der Nähe des Palastes der langobardischen Könige; früher hieß es Dora-Tor, nach dem Fluss daneben. Das Tor kam auf uns, weil es in andere Bauten einbezogen und jahrhundertelang genutzt wurde: Erst im zwanzigsten Jahrhundert wurde es freigelegt und wieder sichtbar gemacht.
Der Besuch
Das Tor steht an der Piazza Cesare Augusto, fünf Minuten von der Piazza Castello und vom Markt von Porta Palazzo; der Bereich ist immer zugänglich und kostenlos und gehört zum Archäologiepark, der auch das römische Theater hinter dem Königspalast umfasst. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Die beiden Bronzestatuen vor dem Tor sind nicht römisch: Es sind Kopien des zwanzigsten Jahrhunderts, der Wirkung wegen dorthin gestellt. Sehen Sie sie an und dann das Mauerwerk dahinter, mit zweitausend Jahre alten Ziegeln. Der Unterschied zwischen beidem, mit bloßem Auge, ist die nützlichste Lehre, die man aus einer Ausgrabungsstätte mitnehmen kann.
