Diese Höhle entstand im Berg und fand sich unter Wasser wieder. Ihre Gänge haben die Form, die für Hohlräume typisch ist, die Süßwasser unter Druck ausgewaschen hat, nicht das Meer: Sie bildete sich also, als sie trocken lag, in einem Grundwasserleiter, und das Mittelmeer kam später und füllte sie. Unter Meereshöhlen ist das eine Seltenheit.
Sehenswertes
Sie öffnet sich an der Ostflanke des Kalkmassivs von Punta Giglio, wenige Kilometer nordwestlich von Alghero, im selben Karstsystem, das andere berühmte untermeerische Hohlräume birgt. Der Kalk ist hier strahlend weiß und an mehreren Stellen durchlöchert, und genau diese Löcher gaben den Namen ein.
Der Taucher, der sie 1994 fand, sagte, die Felsen erinnerten ihn an die Gespenster der Comics, jene aus einem Laken mit zwei Augenlöchern. Keine feierliche Taufe, und gerade deshalb erzählt sie viel über die Entdeckung der Unterwasserwelt: erst kürzlich kartiert, und von Leuten, denen die Namenswahl noch freistand.
Der Besuch
Man kommt nur tauchend hin, mit einer Tauchbasis und passendem Brevet, nach den Regeln des Schutzgebiets; vom Land aus gibt es nichts zu sehen. Ein halber Tag mit der Bootsfahrt.
Tipp der Redaktion
Halten Sie unter Wasser die Lampe seitlich, nicht nach vorn. Frontales Licht macht die Wand flach, und die Löcher verschwinden; streifendes Licht bringt sie alle auf einmal hervor, und erst dann versteht man, warum sie jemandem wie Laken vorkamen. Das gilt für diese Höhle und für jede andere.
